WEBVTT

00:00:01.799 --> 00:00:04.339
Hallo und guten Morgen in dieser neuen Woche.

00:00:04.780 --> 00:00:06.940
Nach diesem wunderbar frühlingshaften Wochenende

00:00:06.940 --> 00:00:10.619
hörst du KlimaNews am Montag den 2. März 2026.

00:00:11.339 --> 00:00:14.660
Ich bin Lisa Sagner und ich löse heute den Cliffhanger

00:00:14.660 --> 00:00:16.760
von der letzten Woche auf, denn wir sprechen

00:00:16.760 --> 00:00:19.519
darüber, was Katharina Reiche sich in der letzten

00:00:19.519 --> 00:00:22.620
Woche alles so überlegt hat und welchen historischen

00:00:22.620 --> 00:00:24.559
Sieg die deutsche Umwelthilfe erzielen konnte.

00:00:25.239 --> 00:00:27.140
Geschrieben haben diese Folge Emina Hecht und

00:00:27.140 --> 00:00:34.670
Rika Bleit. Starten wir direkt mal rein. In der

00:00:34.670 --> 00:00:37.390
Folge vom Freitag hatte mein Kollege Ole ja schon

00:00:37.390 --> 00:00:40.009
angeteasert, dass ein Entwurf für die Novelle

00:00:40.009 --> 00:00:43.969
des Erneuerbaren Energiegesetzes, kurz EEG, geleakt

00:00:43.969 --> 00:00:46.990
wurde. Das Handelsblatt und die Taz, denen der

00:00:46.990 --> 00:00:49.890
über 400 Seiten lange Entwurf vorliegt, haben

00:00:49.890 --> 00:00:52.969
sich das Ganze mal angeschaut. Die größte Änderung,

00:00:52.969 --> 00:00:55.530
die gerade durch die Medien geht, ist die Vergütung

00:00:55.530 --> 00:00:59.229
für Photovoltaikanlagen auf Hausdächern. Bisher

00:00:59.229 --> 00:01:01.509
haben die Stadtwerke sich automatisch um den

00:01:01.509 --> 00:01:03.450
produzierten Strom gekümmert und entsprechend

00:01:03.450 --> 00:01:05.930
bezahlt, auch wenn der Strompreis mal niedriger

00:01:05.930 --> 00:01:08.189
war. Diese Förderung fällt jetzt weg und der

00:01:08.189 --> 00:01:10.170
Grund dafür ist, man kann es sich schon fast

00:01:10.170 --> 00:01:14.750
denken, die Kosteneffizienz. Außerdem sagte Wirtschaftsministerin

00:01:14.750 --> 00:01:17.269
Katharina Reiche, dass sich diese kleinen PV

00:01:17.269 --> 00:01:19.829
-Anlagen auf Hausdächern für NutzerInnen bereits

00:01:19.829 --> 00:01:23.069
ohnehin lohnen würden. Warum da noch dem Staat

00:01:23.069 --> 00:01:25.870
auf der Tasche liegen? Stattdessen sollen sich

00:01:25.870 --> 00:01:28.569
die Betreiber von Kleinanlagen von nun an selber

00:01:28.569 --> 00:01:30.969
darum kümmern, Abnehmer für ihren Strom zu finden.

00:01:31.670 --> 00:01:34.670
Anstelle des Staates sollen also privatwirtschaftliche

00:01:34.670 --> 00:01:37.530
Stromhändler die Energie vermarkten. Was aber

00:01:37.530 --> 00:01:40.450
bedeutet, dass dadurch der Prozess für die BesitzerInnen

00:01:40.450 --> 00:01:43.209
von Solaranlagen deutlich komplexer und bürokratischer

00:01:43.209 --> 00:01:46.799
wird. Die Reaktionen auf den Entwurf sind gemischt,

00:01:47.060 --> 00:01:49.400
denn einige sehen eine Chance darin, dass so

00:01:49.400 --> 00:01:52.219
der Ökostrom in den Markt integriert wird. Andere

00:01:52.219 --> 00:01:54.900
zweifeln aber, ob das abrupte Ende der richtige

00:01:54.900 --> 00:01:57.879
Weg ist, solange die entsprechenden Infrastrukturen

00:01:57.879 --> 00:02:01.239
noch nicht ausgebaut sind. Die Solarbranche fürchtet

00:02:01.239 --> 00:02:03.659
den Verlust von Zehntausenden Arbeitsplätzen

00:02:03.659 --> 00:02:06.579
und Umweltverbände kritisieren, dass der Abbruch

00:02:06.579 --> 00:02:09.300
der Förderung ein ziemlich falsches Signal sendet.

00:02:09.639 --> 00:02:12.280
Bei diesem Thema handelt es sich ja bisher nur

00:02:12.280 --> 00:02:15.280
um einen Entwurf. Deswegen müssen wir abwarten,

00:02:15.319 --> 00:02:17.659
was dann tatsächlich umgesetzt wird und berichten

00:02:17.659 --> 00:02:20.439
hier natürlich darüber, sobald es soweit ist.

00:02:25.360 --> 00:02:27.979
Dieser neue Entwurf und das Ende der Vergütung

00:02:27.979 --> 00:02:30.620
für kleine PV -Anlagen sind nicht das Einzige,

00:02:30.780 --> 00:02:32.960
zu dem Katharina Reichel sich letzte Woche geäußert

00:02:32.960 --> 00:02:36.800
hat. Denn das Herzensthema der ehemaligen Vorstandsvorsitzenden

00:02:36.800 --> 00:02:40.000
von Westenergie einem der größten Gasnetzbetreiber

00:02:40.000 --> 00:02:43.620
hierzulande, ist der Ausbau von Gaskraftwerken.

00:02:43.979 --> 00:02:46.280
Schon drei Tage nach ihrem Amtsantritt kündigte

00:02:46.280 --> 00:02:49.159
sie an, 20 Gigawatt neue Gaskraftwerke zu bauen.

00:02:49.599 --> 00:02:51.960
Jetzt beschäftigt sie sich damit, wo dieses Gas

00:02:51.960 --> 00:02:54.939
herkommen soll. Reiche sagte letzte Woche, dass

00:02:54.939 --> 00:02:57.300
sie Gasreserven in Deutschland, zum Beispiel

00:02:57.300 --> 00:02:59.759
in der Nordsee, nutzen möchte. Außerdem will

00:02:59.759 --> 00:03:02.840
sie Biogas aus der Ukraine importieren. Obwohl

00:03:02.840 --> 00:03:04.520
das alles noch nicht in trockenen Tüchern ist,

00:03:04.719 --> 00:03:06.780
wird dadurch sehr deutlich, in welche Richtung

00:03:06.780 --> 00:03:08.740
sich die schwarz -rote Bundesregierung zurzeit

00:03:08.740 --> 00:03:12.919
bewegt. Diese Meldungen zeigen, dass das Wirtschaftsministerium

00:03:12.919 --> 00:03:15.539
erneuerbaren Energien den Wind aus den Segeln

00:03:15.539 --> 00:03:18.439
nimmt und stattdessen wieder stärker auf fossile

00:03:18.439 --> 00:03:25.479
Energien setzt. Letzte Woche Donnerstag durfte

00:03:25.479 --> 00:03:28.680
die Deutsche Umwelthilfe ordentlich jubeln. Der

00:03:28.680 --> 00:03:31.319
Grund dafür? Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig

00:03:31.319 --> 00:03:33.979
-Holstein gab ihrem Eilandtrag statt und stoppte

00:03:33.979 --> 00:03:37.300
bis auf weiteres die Ölförderung auf einer Nordseebohrinsel

00:03:37.300 --> 00:03:40.180
mit dem Namen Mittelplatte. Die Mittelplatte

00:03:40.180 --> 00:03:42.479
ist das größte Ölfeld Deutschlands und eigentlich

00:03:42.479 --> 00:03:45.960
sollte dort noch bis 2041 Erdöl gefördert werden

00:03:45.960 --> 00:03:50.159
dürfen. Jetzt aber nicht mehr, yay! Die Umwelthilfe

00:03:50.159 --> 00:03:53.400
hatte geklagt, weil für die Förderung nie eine

00:03:53.400 --> 00:03:55.460
Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht wurde.

00:03:56.080 --> 00:03:58.439
Bei dieser gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung

00:03:58.439 --> 00:04:01.400
soll eigentlich untersucht werden, ob ein Bauprojekt

00:04:01.400 --> 00:04:04.039
Lebensräume oder Arten beeinträchtigen könnte.

00:04:04.599 --> 00:04:07.120
Das wäre in diesem Fall ganz schön wichtig, denn

00:04:07.120 --> 00:04:10.180
die Insel liegt mitten im Wattenmeer, einem ziemlich

00:04:10.180 --> 00:04:13.500
sensiblen und ziemlich wichtigen Ökosystem. Weil

00:04:13.500 --> 00:04:16.000
die Auswirkungen auf das Wattenmeer nie untersucht

00:04:16.000 --> 00:04:18.620
wurden, darf hier jetzt erstmal kein Öl mehr

00:04:18.620 --> 00:04:20.879
gefördert werden. Die Deutsche Umwelthilfe nennt

00:04:20.879 --> 00:04:26.980
das einen historischen Sieg. Alright, mit diesen

00:04:26.980 --> 00:04:29.240
guten Nachrichten startest du hoffentlich ganz

00:04:29.240 --> 00:04:31.699
beschwingt in die neue Woche. Am Mittwoch hören

00:04:31.699 --> 00:04:34.500
wir uns dann wieder hier mit den neuesten Klimanachrichten.

00:04:34.959 --> 00:04:37.199
Der Redaktionsschluss für diese Folge war gestern

00:04:37.199 --> 00:04:40.180
am 1. März um 17 Uhr. Wenn du diesen Podcast

00:04:40.180 --> 00:04:42.639
gerne hörst, lass uns doch eine Bewertung da

00:04:42.639 --> 00:04:45.240
oder teil die Folge mit deinen Freundinnen. Über

00:04:45.240 --> 00:04:47.620
Feedback freuen wir uns auch immer und das schickst

00:04:47.620 --> 00:04:50.560
du uns am besten per Mail an redaktion at klimanews

00:04:50.560 --> 00:04:53.959
-podcast .de oder auf Instagram an klimanews

00:04:53.959 --> 00:04:56.699
.podcast. Wir hören uns in zwei Tagen wieder.

00:04:56.939 --> 00:04:57.939
Bis dahin, macht's gut!
