WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:03.740
Guten Morgen und schön, dass du heute am 28.

00:00:04.179 --> 00:00:07.040
Januar Klima -News hörst. Mein Name ist Fynn

00:00:07.040 --> 00:00:09.720
Dresler und heute machen wir hier bei Klima -News

00:00:09.720 --> 00:00:13.080
einen kleinen Ausflug ans Meer. Es geht um die

00:00:13.080 --> 00:00:15.880
Ergebnisse des dritten Nordseegipfels in Hamburg,

00:00:16.179 --> 00:00:19.199
ein Verbot für Fleischreklame und die Frage,

00:00:19.260 --> 00:00:21.500
ob das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung

00:00:21.500 --> 00:00:25.559
rechtswidrig ist. Also packt Kescher und Sonnencreme

00:00:25.559 --> 00:00:32.189
ein, wir stechen in See. Unser erster Hafen ist

00:00:32.189 --> 00:00:35.030
Hamburg. Hier hat am vergangenen Montag, den

00:00:35.030 --> 00:00:38.909
26. Januar, der dritte Nordseegipfel stattgefunden.

00:00:39.090 --> 00:00:41.689
Das klingt ja erstmal nach einer netten Runde,

00:00:41.689 --> 00:00:44.289
wo gemeinsam Fischbrötchen gegessen werden oder

00:00:44.289 --> 00:00:47.829
so. Aber das Ganze hat einen ernsten Hintergrund.

00:00:48.600 --> 00:00:51.200
Dort haben sich unter anderem die Regierungschefs

00:00:51.200 --> 00:00:53.960
und die EnergieministerInnen aus all den Ländern

00:00:53.960 --> 00:00:56.960
getroffen, die an die Nordseegrenzen. Außerdem

00:00:56.960 --> 00:01:00.259
waren mehr als 100 Firmen und Verbände vertreten.

00:01:00.479 --> 00:01:04.819
Der erste Nordseegipfel fand 2022 statt und damals,

00:01:04.900 --> 00:01:07.859
nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine, wollten

00:01:07.859 --> 00:01:10.420
die teilnehmenden Länder vor allem unabhängig

00:01:10.420 --> 00:01:12.859
vom russischen Öl - und Gaslieferungen werden.

00:01:13.200 --> 00:01:16.239
Das sollten erneuerbare Energien ermöglichen.

00:01:16.590 --> 00:01:20.489
Auf dem zweiten Gipfel 2023 wurde die Nordsee

00:01:20.489 --> 00:01:24.629
zum zukünftigen grünen Kraftwerk für Europa erklärt.

00:01:24.790 --> 00:01:28.370
Die Nordsee sollte mithilfe von Offshore -Windanlagen

00:01:28.370 --> 00:01:31.609
bis Ende des Jahrzehnts pro Jahr so viel Strom

00:01:31.609 --> 00:01:35.629
erzeugen, dass damit rund 330 Millionen Haushalte

00:01:35.629 --> 00:01:38.879
versorgt werden können. Dieses Jahr wurden jetzt

00:01:38.879 --> 00:01:41.760
tatsächlich Pläne unterzeichnet, die eine Vernetzung

00:01:41.760 --> 00:01:44.260
der Nordseewindanlagen zwischen den Nordseeländern

00:01:44.260 --> 00:01:47.680
vorsieht und damit den größten Energiestandort

00:01:47.680 --> 00:01:50.920
der Welt ermöglichen soll. Konkret wurden zum

00:01:50.920 --> 00:01:53.900
Beispiel Vereinbarungen zwischen Netzbetreibern

00:01:53.900 --> 00:01:56.439
aus Großbritannien und Deutschland sowie Dänemark

00:01:56.439 --> 00:01:59.260
und Deutschland getroffen. Das hört sich natürlich

00:01:59.260 --> 00:02:03.079
super an. Endlich wird richtig viel Geld in Windenergie

00:02:03.079 --> 00:02:05.969
gesteckt. Ein großer Haken an der Sache könnte

00:02:05.969 --> 00:02:08.729
aber der Naturschutz werden. Ein Zusammenschluss

00:02:08.729 --> 00:02:11.669
aus Umweltverbänden wie dem NABU und der Deutschen

00:02:11.669 --> 00:02:14.349
Umwelthilfe mahnen, dass die Meere geschützt

00:02:14.349 --> 00:02:17.069
und nicht über ihre Grenzen hinaus belastet werden

00:02:17.069 --> 00:02:20.590
sollen. Generell steht das Klima beim Nordseegipfel

00:02:20.590 --> 00:02:22.830
ehrlich gesagt nicht im Vordergrund, sondern

00:02:22.830 --> 00:02:25.710
eher die strategische Unabhängigkeit der teilnehmenden

00:02:25.710 --> 00:02:32.439
Länder. Und auch mit der nächsten News bleiben

00:02:32.439 --> 00:02:35.080
wir am Wasser und gehen in den Niederlanden von

00:02:35.080 --> 00:02:37.759
Deck, nämlich in Amsterdam. Da ist nämlich ein

00:02:37.759 --> 00:02:40.419
Gesetz in Kraft getreten, das auf der Welt bisher

00:02:40.419 --> 00:02:44.259
einmalig ist. Es verbietet die Reklame von Fleisch

00:02:44.259 --> 00:02:47.159
und von fossiler Energie im öffentlichen Raum

00:02:47.159 --> 00:02:50.500
der Stadt. Darunter fallen zum Beispiel Kreuzfahrten,

00:02:50.539 --> 00:02:54.400
Dieselautos oder Flüge. Initiiert wurde das Gesetz

00:02:54.400 --> 00:02:57.560
von der Grünen -Partei GrünLinks und damit reiht

00:02:57.560 --> 00:03:00.020
sich Amsterdam in eine Reihe von niederländischen

00:03:00.020 --> 00:03:03.099
Städten ein, die in den letzten Jahren Beschlüsse

00:03:03.099 --> 00:03:06.000
gegen fossile und umweltschädliche Werbung erlassen

00:03:06.000 --> 00:03:09.680
haben. Unter anderem in Utrecht und Den Haag

00:03:09.680 --> 00:03:12.219
ist seit dem letzten Jahr Werbung für fossile

00:03:12.219 --> 00:03:15.699
Brennstoffe verboten. Besonders ist, dass Amsterdam

00:03:15.699 --> 00:03:18.400
dieses Verbot nun auch auf die Werbung für Fleisch

00:03:18.400 --> 00:03:22.219
ausweitet. Diese Verbote sind eine Absage an

00:03:22.219 --> 00:03:25.479
fossile Energieträger und übermäßigen Fleischkonsum.

00:03:25.539 --> 00:03:29.439
Und sie könnten eine Grundlage für ähnliche Gesetze

00:03:29.439 --> 00:03:33.199
in anderen Städten sein. Eine Studie, die im

00:03:33.199 --> 00:03:35.979
renommierten Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht

00:03:35.979 --> 00:03:39.800
wurde, zeigt, dass in 13 EU -Ländern mehr Menschen

00:03:39.800 --> 00:03:42.539
einem solchen Gesetz zustimmen, als dass Menschen

00:03:42.539 --> 00:03:50.379
dagegen sind. Und zum Ende unseres kleinen Segelturns

00:03:50.379 --> 00:03:53.319
noch eine vielversprechende Nachricht. Morgen,

00:03:53.379 --> 00:03:57.900
am Donnerstag, den 29. Januar, wird das Bundesverwaltungsgericht

00:03:57.900 --> 00:04:00.580
entscheiden, ob das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung

00:04:00.580 --> 00:04:05.039
rechtswidrig ist oder nicht. Das gesetzlich festgelegte

00:04:05.039 --> 00:04:09.020
Klimaziel 2030 würde aktuell um 25 Millionen

00:04:09.020 --> 00:04:12.800
Tonnen CO2 verfehlt werden. Dagegen hat die Deutsche

00:04:12.800 --> 00:04:15.900
Umwelthilfe vor zwei Jahren vor dem Oberverwaltungsgericht

00:04:15.900 --> 00:04:18.639
Berlin -Brandenburg geklagt und hat Recht bekommen.

00:04:19.000 --> 00:04:21.759
Gegen das Urteil hat die Bundesregierung damals

00:04:21.759 --> 00:04:24.759
Revisionen eingelegt. Das heißt, sie beauftragte

00:04:24.759 --> 00:04:28.259
eine höhere Instanz damit, das Urteil zu überprüfen.

00:04:28.519 --> 00:04:31.339
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig prüft

00:04:31.339 --> 00:04:33.800
nun, ob das Verfahren und das Urteil korrekt

00:04:33.800 --> 00:04:36.879
geführt wurden und kann damit ein wichtiges Zeichen

00:04:36.879 --> 00:04:39.949
für die Bundesregierung setzen. Die verhandelt

00:04:39.949 --> 00:04:42.449
nämlich gerade für das neue Klimaschutzprogramm

00:04:42.449 --> 00:04:45.230
und so ein Urteil könnte einen Einfluss auf die

00:04:45.230 --> 00:04:48.250
Verhandlungen haben. Wir sind gespannt, was am

00:04:48.250 --> 00:04:50.730
Donnerstag beschlossen wird und halten dich darüber

00:04:50.730 --> 00:04:57.910
natürlich auf dem Laufenden. Und zum Abschluss

00:04:57.910 --> 00:05:00.889
noch ein kleines Update zu den Klimaabwägen der

00:05:00.889 --> 00:05:04.329
Sozial - und Wirtschaftsflügel der CDU. Wir haben

00:05:04.329 --> 00:05:06.550
in der Folge am Montag ja darüber berichtet,

00:05:06.610 --> 00:05:09.589
die beiden Gruppen wollten auf dem CDU -Parteitag

00:05:09.589 --> 00:05:13.230
im Februar eine Neudefinition von Klimaneutralität

00:05:13.230 --> 00:05:16.329
beschließen. Deren Umsetzung hätte aber mit dem

00:05:16.329 --> 00:05:18.930
Grundgesetz, dem EU -Recht und dem Völkerrecht

00:05:18.930 --> 00:05:22.230
gebrochen. Von der Forderung ist nach Verhandlungen

00:05:22.230 --> 00:05:24.850
in einer neuen Version des Antrags jetzt aber

00:05:24.850 --> 00:05:28.689
nichts mehr zu lesen. Wenigstens eine Klimakatastrophe,

00:05:28.730 --> 00:05:33.970
die rechtzeitig umschifft wurde. Und damit endet

00:05:33.970 --> 00:05:36.990
die heutige Folge Klima -News. Ich hoffe, du

00:05:36.990 --> 00:05:39.250
bist auf dem Weg nicht seekrank geworden und

00:05:39.250 --> 00:05:41.970
kommst auch am Freitag wieder dazu, wenn unser

00:05:41.970 --> 00:05:45.069
Klima -News -Schiff in See sticht. Geschrieben

00:05:45.069 --> 00:05:47.970
haben diese Folge Emily Anouk Haar und Jonathan

00:05:47.970 --> 00:05:51.410
Auer. Redaktionsschluss war Dienstag, der 27.

00:05:51.730 --> 00:05:55.430
Januar um 15 .30 Uhr. Ich freue mich, wenn du

00:05:55.430 --> 00:05:58.209
die Folge bewertest und sie mit deinen FreundInnen

00:05:58.209 --> 00:06:01.220
teilst. Feedback gerne per Flaschenpost oder

00:06:01.220 --> 00:06:05.120
für alle Landratten per Mail an redaktion@klimanews

00:06:05.120 --> 00:06:08.740
-podcast.de oder auf Instagram at @klimanews

00:06:08.740 --> 00:06:10.360
.podcast. Bis bald!
