WEBVTT

00:00:01.320 --> 00:00:04.799
Guten Morgen, du hörst KlimaNews am Freitag den

00:00:04.799 --> 00:00:09.300
23. Januar 2026. Ich bin Laura Schühler und in

00:00:09.300 --> 00:00:11.599
dieser Folge sprechen wir über die größten Klimasünde

00:00:11.599 --> 00:00:16.120
von 2024, Pinguine in Gefahr und Manuel Schmidt

00:00:16.120 --> 00:00:18.920
von Oxfam ordnet für dich den neuen Ungleichheitsbericht

00:00:18.920 --> 00:00:22.019
ein. Geschrieben haben diese Folge Emina Hecht

00:00:22.019 --> 00:00:24.920
und Linus Neute und wir starten direkt rein.

00:00:27.050 --> 00:00:30.030
Ein neuer Bericht vom Think Tank Carbon Majors

00:00:30.030 --> 00:00:32.329
hat untersucht, welche Unternehmen weltweit für

00:00:32.329 --> 00:00:34.689
die meisten Treibhausgasemissionen verantwortlich

00:00:34.689 --> 00:00:37.689
sind. Sie haben die Emissionen der größten Hersteller

00:00:37.689 --> 00:00:41.530
von Öl, Gas, Kohle und Zement für das Jahr 2024

00:00:41.530 --> 00:00:44.670
berechnet. Dabei zeigt sich, dass mehr als die

00:00:44.670 --> 00:00:47.509
Hälfte der globalen fossilen CO2 -Emissionen

00:00:47.509 --> 00:00:51.850
auf das Konto von nur 32 Unternehmen gehen. Besonders

00:00:51.850 --> 00:00:53.829
schlimm sind dabei die Unternehmen, die ganz

00:00:53.829 --> 00:00:56.070
oder größtenteils in staatlichem Besitz sind.

00:00:56.530 --> 00:00:58.789
Sie haben ihre Emissionen in den letzten Jahren

00:00:58.789 --> 00:01:02.149
stetig erhöht. Auf den ersten zehn Plätzen der

00:01:02.149 --> 00:01:04.689
größten Emittenten stehen Firmen wie Gazprom

00:01:04.689 --> 00:01:08.689
aus Russland, Aramco aus Saudi -Arabien, Coal

00:01:08.689 --> 00:01:12.030
India, the National Iranian Oil Company oder

00:01:12.030 --> 00:01:15.409
China Energy. Unter anderem diese Länder haben

00:01:15.409 --> 00:01:17.909
bei der Klimakonferenz in Belem den Ausstieg

00:01:17.909 --> 00:01:20.890
aus den fossilen Energien blockiert. Damit haben

00:01:20.890 --> 00:01:23.269
sie einen entscheidenden Schritt Richtung Klimaschutz

00:01:23.269 --> 00:01:25.909
verhindert und können weiterhin ordentlich Profite

00:01:25.909 --> 00:01:29.709
mit Kohle, Öl und Gas machen. Aber der Bericht

00:01:29.709 --> 00:01:32.989
hat auch etwas Gutes. Er zeigt schwarz auf weiß,

00:01:33.170 --> 00:01:35.950
wer für die Klimakrise verantwortlich ist und

00:01:35.950 --> 00:01:38.150
wer dafür zur Rechenschaft gezogen werden kann.

00:01:38.810 --> 00:01:41.290
Auf Basis dieser Daten können Betroffene nämlich

00:01:41.290 --> 00:01:44.659
fossile Energiekonzerne verklagen. Im Dezember

00:01:44.659 --> 00:01:47.260
zum Beispiel haben Bäuerinnen aus Pakistan eine

00:01:47.260 --> 00:01:50.359
Klage gegen RWE und Heidelberg Materials eingereicht,

00:01:50.640 --> 00:01:53.120
um finanzielle Entschädigungen für die verheerenden

00:01:53.120 --> 00:02:02.049
Überschwemmungen im Jahr 2022 zu erhalten. Jetzt

00:02:02.049 --> 00:02:04.150
haben wir mal eine etwas andere Nachricht für

00:02:04.150 --> 00:02:06.469
dich. Ein internationales Forschungsteam von

00:02:06.469 --> 00:02:09.189
der Universität Oxford hat mit zahlreichen Kameras

00:02:09.189 --> 00:02:11.949
Pinguine auf antarktischen Inseln beobachtet.

00:02:12.710 --> 00:02:15.610
Leider kamen dabei aber nicht nur süße Pinguinbilder

00:02:15.610 --> 00:02:18.270
raus. Die Forscher haben herausgefunden, dass

00:02:18.270 --> 00:02:21.030
Pinguine ihr Verhalten wegen der Klimakrise verändern.

00:02:21.610 --> 00:02:23.949
Die höheren Temperaturen sorgen dafür, dass sie

00:02:23.949 --> 00:02:26.729
immer früher mit der Brutsaison beginnen. Dadurch

00:02:26.729 --> 00:02:28.550
kann es in der entscheidenden Wachstumsphase

00:02:28.550 --> 00:02:30.909
zu Konkurrenz um Nahrung und Brutplätze kommen.

00:02:31.229 --> 00:02:33.610
Das könnte für einige Arten die Bedrohung ihrer

00:02:33.610 --> 00:02:38.409
Existenz bedeuten. Und, Pinguine gelten als Frühwarnsystem

00:02:38.409 --> 00:02:41.129
für Klimaänderung. Da sie eine Schlüsselrolle

00:02:41.129 --> 00:02:43.469
in der antarktischen Nahrungskette spielen, erhöht

00:02:43.469 --> 00:02:46.409
der Verlust an Pinguinvielfalt das Risiko eines

00:02:46.409 --> 00:02:49.650
großflächigen Zusammenbruchs der Ökosysteme.

00:02:54.550 --> 00:02:58.030
Am Mittwoch haben wir ja vom Beginn des Weltwirtschaftsforums

00:02:58.030 --> 00:03:01.050
berichtet. Dort treffen sich neben PolitikerInnen

00:03:01.050 --> 00:03:04.270
auch überreiche UnternehmerInnen. Passend dazu

00:03:04.270 --> 00:03:07.830
hat die NGO Oxfam diese Woche ihren neuen Ungleichheitsbericht

00:03:07.830 --> 00:03:11.430
herausgebracht. Der Bericht mit dem Titel Resisting

00:03:11.430 --> 00:03:14.629
the Rule of the Rich zeigt ganz eindeutig, dass

00:03:14.629 --> 00:03:17.669
Milliardäre so viel besitzen wie noch nie zuvor.

00:03:18.330 --> 00:03:20.849
Dazu haben wir Manuel Schmidt von Oxfam gefragt,

00:03:21.129 --> 00:03:23.889
was diese extreme Ungleichheit für Konsequenzen

00:03:23.889 --> 00:03:27.270
hat. Insbesondere dann, wenn Milliardäre zunehmend

00:03:27.270 --> 00:03:29.389
auch Einfluss auf das politische Geschehen nehmen.

00:03:29.870 --> 00:03:31.770
Er hat uns eine Sprachnachricht geschickt und

00:03:31.770 --> 00:03:46.800
sagt Billionen US -Dollar hinzugewonnen. Das

00:03:46.800 --> 00:03:48.900
ist genauso viel, wie die gesamte ärmere Hälfte

00:03:48.900 --> 00:03:51.280
der Weltbevölkerung besitzt. Und in nur vier

00:03:51.280 --> 00:03:53.180
Sekunden verdient Elon Musk der reichste Mann

00:03:53.180 --> 00:03:55.180
der Welt, so viel wie ein Mensch im weltweiten

00:03:55.180 --> 00:03:57.639
Durchschnitt in einem ganzen Jahr. Diese extreme

00:03:57.639 --> 00:04:00.159
Konzentration von Vermögen bedeutet auch extreme

00:04:00.159 --> 00:04:02.620
Konzentration politischer Macht. Superreichen

00:04:02.620 --> 00:04:04.680
nutzen diese, um gesellschaftliche Regeln noch

00:04:04.680 --> 00:04:07.379
weiter zu ihren Gunsten zu gestalten. So zahlen

00:04:07.379 --> 00:04:09.599
superreiche weltweit, aber auch hier in Deutschland

00:04:09.599 --> 00:04:12.439
mittlerweile auf geringere Steuersitze als Durchschnittsverdienende.

00:04:13.079 --> 00:04:15.280
Ungerechtigkeiten wie diese untergraben das Vertrauen

00:04:15.280 --> 00:04:17.399
in demokratische Institutionen und gefährden

00:04:17.399 --> 00:04:19.519
die Demokratie. Das muss sich dringend ändern.

00:04:20.079 --> 00:04:22.180
Wir fordern von der Bundesregierung, Superreiche

00:04:22.180 --> 00:04:23.899
mit einer Milliardärsteuer in die Pflicht zu

00:04:23.899 --> 00:04:25.860
nehmen. Allein in Deutschland würde eine solche

00:04:25.860 --> 00:04:28.860
Steuer bis zu 28 Milliarden Euro jährlich einbringen.

00:04:29.279 --> 00:04:31.259
Und die Regierung muss die Einnahmen dann gezielt

00:04:31.259 --> 00:04:33.779
nutzen für Investitionen in soziale Gerechtigkeit,

00:04:34.019 --> 00:04:36.339
Bildung, Gesundheit, soziale Absicherung, einen

00:04:36.339 --> 00:04:38.699
sozial gerechten Klimaschutz hier in Deutschland

00:04:38.699 --> 00:04:41.800
und weltweit. Vielen Dank für diese Einschätzung.

00:04:43.000 --> 00:04:45.360
Und damit sind wir schon beim Ende dieser Folge

00:04:45.360 --> 00:04:47.779
angelangt. Jetzt wünsche ich dir einen guten

00:04:47.779 --> 00:04:50.300
Start ins Wochenende. Am Montag hörst du hier

00:04:50.300 --> 00:04:52.680
dann meinen sympathischen Kollegen Finn. Der

00:04:52.680 --> 00:04:55.540
Redaktionsschluss für die Folge war am 22. Januar

00:04:55.540 --> 00:04:58.740
um 17 Uhr. Wenn du unseren Podcast gerne hörst,

00:04:58.920 --> 00:05:00.920
dann lass doch eine Bewertung da oder teil die

00:05:00.920 --> 00:05:03.680
Folge mit deinen Freundinnen. Über Feedback freuen

00:05:03.680 --> 00:05:05.660
wir uns auch immer. Das schickst du uns am besten

00:05:05.660 --> 00:05:08.699
per Mail an redaktion at klima -news -podcast

00:05:08.699 --> 00:05:13.160
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