WEBVTT

00:00:01.679 --> 00:00:04.900
Guten Morgen, du hörst Klima News am Mittwoch

00:00:04.900 --> 00:00:09.859
den 21. Januar 2026. Ich bin Laura Schühler und

00:00:09.859 --> 00:00:12.080
in dieser Folge geht es um die Konflikte zwischen

00:00:12.080 --> 00:00:14.400
wirtschaftlichen Interessen und Klimaschutz.

00:00:15.220 --> 00:00:17.480
Dafür blicken wir nach Davos, wo diese Woche

00:00:17.480 --> 00:00:20.559
das Weltwirtschaftsforum stattfindet und wir

00:00:20.559 --> 00:00:22.920
sprechen über die Wiedereinführung der Kaufprämie

00:00:22.920 --> 00:00:26.399
für Elektroautos. Geschrieben haben diese Folge

00:00:26.399 --> 00:00:30.850
Emina Hecht und Linus Nolte. Los geht's! Wer

00:00:30.850 --> 00:00:33.590
hätte gedacht, dass die aktuelle Bundesregierung

00:00:33.590 --> 00:00:37.369
aus Union und SPD ein Klimaschutzinstrument aus

00:00:37.369 --> 00:00:40.369
Zeiten der Ampelregierung zurückholt? Genau das

00:00:40.369 --> 00:00:43.170
ist jetzt bei der Kaufprämie für E -Autos passiert.

00:00:44.070 --> 00:00:47.109
2023 hatte die damalige Regierung die Förderung

00:00:47.109 --> 00:00:49.829
von elektrischen PKW gestoppt. weil nicht mehr

00:00:49.829 --> 00:00:51.929
genügend Geld da war. Jetzt wird die Förderung

00:00:51.929 --> 00:00:54.469
wieder aufgenommen und soll für Autos gelten,

00:00:54.649 --> 00:00:57.570
die ab diesem Januar gekauft und mindestens drei

00:00:57.570 --> 00:01:00.469
Jahre genutzt werden. Es gibt eine Grundförderung

00:01:00.469 --> 00:01:03.450
von 3000 Euro. Für Haushalte mit mittleren und

00:01:03.450 --> 00:01:05.730
niedrigeren Einkommen oder mit Kindern fällt

00:01:05.730 --> 00:01:08.590
die Förderung höher aus. Sie ist also sozial

00:01:08.590 --> 00:01:10.969
gestaffelt. Das klingt ja grundsätzlich ganz

00:01:10.969 --> 00:01:13.909
gut. Allerdings besteht die Sorge, dass die Grenzen

00:01:13.909 --> 00:01:16.129
für die Einkommen gerade in Single -Haushalten

00:01:16.129 --> 00:01:19.000
zu hoch angesetzt sind. und am Ende dann doch

00:01:19.000 --> 00:01:21.359
eher besser Verdienende profitieren, die sich

00:01:21.359 --> 00:01:25.280
sowieso ein E -Auto kaufen würden. Und es gibt

00:01:25.280 --> 00:01:28.659
noch einen Haken. Umweltverbände kritisieren,

00:01:28.780 --> 00:01:30.799
dass auch Plug -In -Hybride gefördert werden

00:01:30.799 --> 00:01:34.379
sollen. Das sind Autos, die kurze Strecken elektrisch

00:01:34.379 --> 00:01:37.060
fahren können, dann aber auf einen Verbrennungsmotor

00:01:37.060 --> 00:01:39.959
umsteigen. Weil die Herstellung aufwendiger ist

00:01:39.959 --> 00:01:42.459
und sie zu einem großen Teil eben nicht elektrisch

00:01:42.459 --> 00:01:45.920
fahren, sorgen Hybride nicht für CO2 -Einsparungen.

00:01:46.120 --> 00:01:48.980
Ihre Förderung ist aus Klimaschutzsicht also

00:01:48.980 --> 00:01:57.420
ziemlich katastrophal. Letzte Woche wurde der

00:01:57.420 --> 00:02:01.920
neue Global Risks Report für das Jahr 2026 veröffentlicht.

00:02:02.480 --> 00:02:05.480
In dem Bericht wurden mehr als 1300 Expertinnen

00:02:05.480 --> 00:02:07.939
danach gefragt, was sie für die größten Risiken

00:02:07.939 --> 00:02:10.860
der Welt halten. Und zwar in drei verschiedenen

00:02:10.860 --> 00:02:13.740
Zeiträumen, unmittelbar für die nächsten zwei

00:02:13.740 --> 00:02:16.319
Jahre und langfristig. In diesem Falle heißt

00:02:16.319 --> 00:02:19.780
das für die nächsten zehn Jahre. Als größte Risiken

00:02:19.780 --> 00:02:24.479
für 2026 nannten die meisten ExpertInnen geoökonomische

00:02:24.479 --> 00:02:27.300
Konfrontationen und bewaffnete Konflikte zwischen

00:02:27.300 --> 00:02:30.659
Staaten. Extremwetterereignisse landeten auf

00:02:30.659 --> 00:02:34.419
Platz 3. Letztes Jahr war es noch Platz 2. Auch

00:02:34.419 --> 00:02:37.680
im Zweijahresausblick steigen sie ab. Langfristig

00:02:37.680 --> 00:02:39.639
sind sich die ExpertInnen der Bedrohung durch

00:02:39.639 --> 00:02:42.840
die Klimakrise bewusst. Als Top 3 der größten

00:02:42.840 --> 00:02:45.360
Herausforderungen der nächsten 10 Jahre werden

00:02:45.360 --> 00:02:49.159
Extremwetterereignisse, der Verlust von Biodiversität

00:02:49.159 --> 00:02:51.759
und die kritische Veränderung der Erdsysteme

00:02:51.759 --> 00:02:54.939
eingeordnet. Der Bericht verdeutlicht damit aber

00:02:54.939 --> 00:02:57.860
ziemlich gut die aktuellen Prioritäten der Politik.

00:02:58.580 --> 00:03:01.060
Sicherheitspolitische Bedenken überwiegen und

00:03:01.060 --> 00:03:03.840
die Folgen der Klimakrise werden auf später verschoben.

00:03:04.319 --> 00:03:07.520
Er zeigt aber auch, dass diese Rechnung langfristig

00:03:07.520 --> 00:03:15.129
nicht aufgehen kann. Der Weltrisikobericht wurde

00:03:15.129 --> 00:03:18.389
vom Weltwirtschaftsforum kurz WEF herausgegeben.

00:03:18.849 --> 00:03:21.530
Das ist die Stiftung, die auch das jährlich stattfindende

00:03:21.530 --> 00:03:24.289
gleichnamige Jahrestreffen im Schweizer Ort Davos

00:03:24.289 --> 00:03:27.050
organisiert. Seit Montag treffen sich im Rahmen

00:03:27.050 --> 00:03:29.830
des WEF dort die führenden VertreterInnen aus

00:03:29.830 --> 00:03:33.090
Politik und Wirtschaft, um über globale Herausforderungen

00:03:33.090 --> 00:03:35.490
zu sprechen. Wie jedes Jahr wird das Treffen

00:03:35.490 --> 00:03:38.789
vor Ort von Protesten begleitet. Die Demonstrierenden

00:03:38.789 --> 00:03:41.430
kritisieren wachsende Ungleichheiten durch den

00:03:41.430 --> 00:03:44.680
Neoliberalismus, eine zunehmende Militarisierung

00:03:44.680 --> 00:03:48.020
und die Ausbeutung der Erde. Denn wie auch im

00:03:48.020 --> 00:03:50.340
Bericht ist das Thema Klimaschutz beim Forum

00:03:50.340 --> 00:03:53.860
nicht die erste Priorität. Zwar sind einige Sitzungen

00:03:53.860 --> 00:03:57.319
zum Thema Nachhaltigkeit geplant, doch geopolitische

00:03:57.319 --> 00:04:00.039
Spannungen dominieren. Das Treffen ist geprägt

00:04:00.039 --> 00:04:03.219
vom militärischen Angriff auf Venezuela und dem

00:04:03.219 --> 00:04:06.460
anhaltenden Krieg in der Ukraine. Die Nachrichten

00:04:06.460 --> 00:04:08.969
aus dieser Woche machen leider deutlich, Die

00:04:08.969 --> 00:04:11.729
Sicherung von wirtschaftlichen Interessen trumpft

00:04:11.729 --> 00:04:15.030
mal wieder konsequenten Klimaschutz. Sowohl bei

00:04:15.030 --> 00:04:17.829
der Förderung von E -Autos als auch in Davos.

00:04:18.910 --> 00:04:21.009
Und mit dieser Einsicht sind wir schon beim Ende

00:04:21.009 --> 00:04:24.410
der heutigen Folge KlimaNews angelangt. Der Redaktionsschluss

00:04:24.410 --> 00:04:28.629
war am 20. Januar um 15 Uhr. Wenn du diesen Podcast

00:04:28.629 --> 00:04:30.730
gerne hörst, dann lass uns doch eine Bewertung

00:04:30.730 --> 00:04:33.029
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00:04:33.500 --> 00:04:35.800
Über Feedback freuen wir uns auch immer. Schreibt

00:04:35.800 --> 00:04:39.360
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00:04:39.360 --> 00:04:43.319
.de oder auf Instagram an at klima -news. Ich

00:04:43.319 --> 00:04:45.540
bin Laura Schüler und wir hören uns am Freitag

00:04:45.540 --> 00:04:47.720
wieder. Bis dahin, tschüss!
