WEBVTT

00:00:01.049 --> 00:00:04.429
Guten Morgen, du hörst KlimaNews am Montag, den

00:00:04.429 --> 00:00:07.490
19. Januar. Ich bin Laura Schühler und heute

00:00:07.490 --> 00:00:10.189
geht es um zwei internationale Abkommen, die

00:00:10.189 --> 00:00:12.730
jetzt nach mehr als 15 Jahren der Vorbereitung

00:00:12.730 --> 00:00:15.070
und Aushandlung einen ordentlichen Schritt nach

00:00:15.070 --> 00:00:17.309
vorne gemacht haben. Das Hochseeabkommen der

00:00:17.309 --> 00:00:19.969
Vereinten Nationen und das Mercosur -Abkommen.

00:00:20.550 --> 00:00:22.690
Außerdem haben wir am Ende der Folge noch eine

00:00:22.690 --> 00:00:25.449
gute Nachricht für dich aus den USA. Geschrieben

00:00:25.449 --> 00:00:28.230
haben diese Folge Emina Hecht und Linus Nolte.

00:00:28.489 --> 00:00:33.469
Los geht's! Am Samstag ist ein neues Abkommen

00:00:33.469 --> 00:00:35.810
der Vereinten Nationen in Kraft getreten, das

00:00:35.810 --> 00:00:38.950
die hohe See schützen soll. Damit sind die Gebiete

00:00:38.950 --> 00:00:41.750
der Weltmeere gemeint, die außerhalb nationaler

00:00:41.750 --> 00:00:44.829
Gewässer liegen. Das sind immerhin mehr als zwei

00:00:44.829 --> 00:00:48.130
Drittel der gesamten Meeresoberfläche. Das sogenannte

00:00:48.130 --> 00:00:51.409
Abkommen über die biologische Vielfalt der Meeresgebiete

00:00:51.409 --> 00:00:54.750
jenseits nationaler Sicherheitsbefugnisse war

00:00:54.750 --> 00:00:57.490
lange überfällig. Denn vorbereitet wurde das

00:00:57.490 --> 00:01:01.369
Abkommen seit mehr als zwei Jahrzehnten. 2023

00:01:01.369 --> 00:01:03.929
wurde es dann beschlossen und jetzt haben genügend

00:01:03.929 --> 00:01:06.390
Länder das Abkommen ratifiziert, damit es in

00:01:06.390 --> 00:01:09.689
Kraft treten kann. Im Zentrum des Abkommens steht

00:01:09.689 --> 00:01:12.430
die Einrichtung von Meeresschutzzonen zum Schutz

00:01:12.430 --> 00:01:16.650
der biologischen Vielfalt. Außerdem sind Umweltverträglichkeitsprüfungen

00:01:16.650 --> 00:01:19.890
für auf hoher See tätige Unternehmen, eine gerechtere

00:01:19.890 --> 00:01:22.709
Aufteilung von marine genetischen Ressourcen

00:01:22.709 --> 00:01:25.469
und eine Vertragsstaatenkonferenz vorgesehen.

00:01:25.750 --> 00:01:29.340
Quasi eine Cop der Meere. Wenig Auswirkungen

00:01:29.340 --> 00:01:31.980
hat das Abkommen jedoch leider auf den Tiefseebergbau,

00:01:32.579 --> 00:01:35.739
für dessen Regulierung die internationale Meeresbodenbehörde

00:01:35.739 --> 00:01:38.659
zuständig ist. Einige Länder, deren Wirtschaft

00:01:38.659 --> 00:01:40.980
einen starken Einfluss auf den Zustand der Meere

00:01:40.980 --> 00:01:45.120
hat, wie China, Japan oder Brasilien, haben das

00:01:45.120 --> 00:01:48.840
Abkommen ratifiziert. Andere, darunter auch Deutschland,

00:01:49.000 --> 00:01:58.030
die USA, Indien und Russland, noch nicht. Und

00:01:58.030 --> 00:02:00.629
bei noch einem internationalen Abkommen ist diese

00:02:00.629 --> 00:02:03.609
Woche ordentlich was passiert. Das Mercosur -Abkommen

00:02:03.609 --> 00:02:05.890
dient jedoch eher wirtschaftlichen Interessen

00:02:05.890 --> 00:02:08.909
als dem Klimaschutz. Mercosur, das habt ihr bestimmt

00:02:08.909 --> 00:02:11.830
schon öfter gehört. Nochmal zur Erinnerung, das

00:02:11.830 --> 00:02:15.069
Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen

00:02:15.069 --> 00:02:18.030
Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und

00:02:18.030 --> 00:02:20.389
Uruguay soll den internationalen Handel durch

00:02:20.389 --> 00:02:23.949
Zollbefreiungen erleichtern und ankurbeln. Doch

00:02:23.949 --> 00:02:26.409
es gibt ganz schön viel Kritik, vor allem von

00:02:26.409 --> 00:02:29.430
Umweltverbänden. Denn die dadurch geförderten

00:02:29.430 --> 00:02:32.409
Produkte sind nicht gerade nachhaltig. Verbrennerautos,

00:02:32.569 --> 00:02:35.569
Rindfleisch, Soja, seltene Ressourcen und Pestizide.

00:02:35.650 --> 00:02:38.629
Außerdem bedeuten mehr Handel und der Transport

00:02:38.629 --> 00:02:41.569
von Waren um die halbe Welt auch immer mehr CO2

00:02:41.569 --> 00:02:43.889
-Emissionen. Dadurch befeuert das Abkommen nicht

00:02:43.889 --> 00:02:46.530
nur die Klimakrise, sondern auch die Abholzung

00:02:46.530 --> 00:02:49.729
des Regenwaldes und das Artensterben. Widerstand

00:02:49.729 --> 00:02:52.069
gibt es auch von LandwirtInnen aus Europa, die

00:02:52.069 --> 00:02:54.449
sich von Billigprodukten, die nicht nach strengen

00:02:54.449 --> 00:02:56.729
EU -Standards produziert wurden, bedroht sehen.

00:02:57.210 --> 00:03:00.270
Aber auch Indigene und KleinbäuerInnen in Lateinamerika

00:03:00.270 --> 00:03:03.330
stehen unter Druck. Die NGOs, Miserior und Brot

00:03:03.330 --> 00:03:05.689
für die Welt fürchten Vertreibung durch Abholzung

00:03:05.689 --> 00:03:08.270
für landwirtschaftliche Großprojekte. Jetzt ist

00:03:08.270 --> 00:03:10.830
das Abkommen zwar unterzeichnet, doch in Stein

00:03:10.830 --> 00:03:13.289
gemeißelt ist noch immer nichts. Am Mittwoch

00:03:13.289 --> 00:03:15.509
muss noch das Europäische Parlament zustimmen

00:03:15.509 --> 00:03:17.770
und anschließend wird das Abkommen noch geprüft

00:03:17.770 --> 00:03:20.629
werden. Wir halten dich natürlich über alle weiteren

00:03:20.629 --> 00:03:28.939
Entwicklungen auf dem Laufenden. In letzter Zeit

00:03:28.939 --> 00:03:31.000
haben wir dir viele negative Klimanachrichten

00:03:31.000 --> 00:03:33.719
aus den USA präsentiert. Vorletzte Woche war

00:03:33.719 --> 00:03:37.240
das der Austritt der USA aus mehr als 60 Klimaorganisationen

00:03:37.240 --> 00:03:39.659
und Abkommen, sowie der von Trump verordnete

00:03:39.659 --> 00:03:42.080
Baustopp für einen Windpark. Aber jetzt hat der

00:03:42.080 --> 00:03:44.180
Klimaschutz dann doch noch einen Erfolg erzielen

00:03:44.180 --> 00:03:47.000
können. Denn ein US -Bundesgericht hat verfügt,

00:03:47.060 --> 00:03:49.780
dass der Ausbau von Windkraftanlagen in den USA

00:03:49.780 --> 00:03:52.580
weitergehen kann. Der Bundesrichter Lamberth

00:03:52.580 --> 00:03:54.819
begründete die Entscheidung damit, dass das Projekt

00:03:54.819 --> 00:03:57.780
im öffentlichen Interesse sei und ein Stillstehen

00:03:57.780 --> 00:04:00.340
des Projektes irreparablen Schaden verursachen

00:04:00.340 --> 00:04:03.080
würde. Wir freuen uns über diesen kleinen Lichtblick.

00:04:04.460 --> 00:04:06.539
Mit diesem positiven Ausblick kommen wir zum

00:04:06.539 --> 00:04:09.659
Ende von dieser Folge KlimaNews. Der Redaktionsschluss

00:04:09.659 --> 00:04:13.319
war am 18. Januar um 17 Uhr. Wir hören uns am

00:04:13.319 --> 00:04:15.879
Mittwoch wieder, habt bis dahin eine schöne Winterwoche.

00:04:16.199 --> 00:04:18.600
Wenn du diesen Podcast gerne hörst, lass uns

00:04:18.600 --> 00:04:21.019
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00:04:21.019 --> 00:04:23.360
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00:04:23.360 --> 00:04:25.779
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