1
00:00:00,000 --> 00:00:09,000
Alle Zeit der Welt.

2
00:00:09,000 --> 00:00:13,000
Herzlich Willkommen zurück zu einer neuen Folge Alle Zeit der Welt.

3
00:00:13,000 --> 00:00:18,000
Heute wieder zu dem harigen problematischen unangenehmen Thema der Sklaverei.

4
00:00:18,000 --> 00:00:23,000
Dieses mal mit dem besonderen Fokus auf Sklaverei im mittelalterlichen Europa.

5
00:00:23,000 --> 00:00:26,000
Ein gerne totgeschwiegendes Thema.

6
00:00:26,000 --> 00:00:31,000
In der letzten Folge haben wir schon so ein bisschen den Einstieg versucht in was ist Sklaverei

7
00:00:31,000 --> 00:00:35,000
und wie omnipräsent ist das dann in der menschlichen Geschichte.

8
00:00:35,000 --> 00:00:38,000
Und jetzt sind wir endlich im Mittelalter angekommen.

9
00:00:38,000 --> 00:00:41,000
Und natürlich bin ich heute hier mit Jonas und Mimi. Hallo ihr beiden.

10
00:00:41,000 --> 00:00:43,000
Hallo, schön wieder da zu sein.

11
00:00:43,000 --> 00:00:44,000
Hi, hi.

12
00:00:44,000 --> 00:00:53,000
Wir steigen direkt ein mit einem Zitat von, ein Ego-Zitat von einer Sklavin aus dem mittelalterlichen Europa. Bitte.

13
00:00:53,000 --> 00:01:00,000
Ich, Iwica, Tochter eines gewissen Prikot aus dem Lande Usur, Rheinbosnien geboren von partheränischen Eltern.

14
00:01:00,000 --> 00:01:05,000
Erkläre mich aus freiem Willen und mit meinem Wissen und nicht aus Versehen.

15
00:01:05,000 --> 00:01:07,000
Weder mit Gewalt noch aus Furcht.

16
00:01:07,000 --> 00:01:14,000
In Gegenwart dieser Zeugen und des Notars als Sklavin ein Zaninus von Godi von Raguza zu verkaufen.

17
00:01:14,000 --> 00:01:18,000
Und dass er meine Dienste entweder verkaufen, verschenken oder abtreten.

18
00:01:18,000 --> 00:01:26,000
Und mich für sich und seine Familie behalten und im Übrigen mit mir machen kann, was er will, wie mit seiner gekauften Sklavin und seinem Eigentun.

19
00:01:26,000 --> 00:01:37,000
Diese moderielle Niederschrift sollte es laut der öffentlichen Meinung, die lange Zeit vorgeherrscht hat, auch in den Geschichtswissenschaften vorgeherrscht hat, muss man dazu sagen, eigentlich gar nicht geben,

20
00:01:37,000 --> 00:01:40,000
weil er gesagt wird, im christlichen Europa gab es eigentlich keine Sklaverei.

21
00:01:40,000 --> 00:01:51,000
Gut Bosnien ist es nicht das christliche Europa per se, aber wir sehen, dass hier in Bosnien, genau wie auch im Rest, genau wie in Italien oder in Spanien zu der Zeit,

22
00:01:51,000 --> 00:02:03,000
es durchaus üblich war, Leute dazu zu zwingen, solche notariellen Texte abzugeben, um sicherzustellen, dass die Person auch wirklich, wirklich freiwillig in die Sklaverei gegangen ist.

23
00:02:03,000 --> 00:02:12,000
Wobei es natürlich höchst zweifelhaft ist, ob hier wirklich wieder durch Gewalt noch durch Angst, sie die IWK genötigt wurde.

24
00:02:12,000 --> 00:02:19,000
Es wirkt auf jeden Fall auch höchst unwahrscheinlich, dass da keine Manipulation irgendwie zugange war.

25
00:02:19,000 --> 00:02:27,000
Interessanterweise neigen die Europäer seit der Aufklärung spätestens, wir haben letztes Mal schon darüber gerede Zeit,

26
00:02:27,000 --> 00:02:34,000
dass das Britpädlische Empire 1833 die Sklaverei auf den Weltmeeren quasi für illegal erklärt hat, den den Sklavenhandel,

27
00:02:34,000 --> 00:02:39,000
dass wir seitdem gerne so tun, als wäre Sklaverei ein Problem, was nicht wir Europäer haben.

28
00:02:39,000 --> 00:02:41,000
Das ist ein Problem der anderen.

29
00:02:41,000 --> 00:02:47,000
Das ist ein Problem, das mit der islamischen Welt zusammenhängt, das ist ein Problem Afrikas, Problem Amerikas und Asiens.

30
00:02:47,000 --> 00:02:57,000
Irgendwie aber wir in Europa haben eigentlich, wenn man sich manche Texte durchliest, teilweise noch von 2009 historische Publikationen, wo das quasi dargestellt wird,

31
00:02:57,000 --> 00:03:02,000
als wäre das Ganze dann mit dem Ende der Antike und dem Ende der Römer auch zu Ende gegangen.

32
00:03:02,000 --> 00:03:06,000
Und seitdem wäre Sklaverei in Europa eigentlich kein Thema mehr gewesen.

33
00:03:06,000 --> 00:03:12,000
Dazu ein Zitat von der großartigen und die ne Ort, die ich letztes Mal schon erwähnt habe, die in dem Sammelband,

34
00:03:12,000 --> 00:03:21,000
der Mittelalter, einen sehr guten Artikel über Osteuropa publiziert hat, auf dessen Basis heute ein nicht zu geringer Teil der Folge auch basiert.

35
00:03:21,000 --> 00:03:24,000
Deswegen steigen wir auch mal hier mit ihren Zitat ein, Jonas.

36
00:03:24,000 --> 00:03:27,000
Sklavenhalter waren oft nur die anderen.

37
00:03:27,000 --> 00:03:36,000
Die europäische Medievistik hat die Institution der Sklaverei gern in anderen Epochen und fernen Gefilden verortet.

38
00:03:36,000 --> 00:03:43,000
Im antiken römischen Reich, in der mittelalterlichen islamischen Welt und den neuzeitlichen Amerikas.

39
00:03:43,000 --> 00:03:51,000
Im mittelalterlichen Europa, so war häufig zu lesen, habe es Sklaverei nicht in nennenswerte Maße gegeben.

40
00:03:51,000 --> 00:03:56,000
Und was wir stattdessen sehen und was sich jetzt auch immer mehr die Forschung genauer anschaut,

41
00:03:56,000 --> 00:04:00,000
ist, dass es eigentlich eine ungebräune Kontinuität zwischen Antike und Mittelalter gab,

42
00:04:00,000 --> 00:04:06,000
an viel mehr Orten, wie das erwartet wird, vor allem wenn es um die Institution der Sklaverei geht.

43
00:04:06,000 --> 00:04:13,000
Denn auch wenn nach dem Zerfall des weströmischen Reiches viel römische Infrastrukturen Handelsverbindungen so verloren gegangen sind,

44
00:04:13,000 --> 00:04:23,000
gab es weiterhin Menschen, die schlaven waren oder die verslaft wurden und die jetzt vielleicht nicht mehr über die großen römischen Sklavenmärkte verkauft wurden,

45
00:04:23,000 --> 00:04:27,000
sondern eben stattdessen lokaler in vielen Fällen.

46
00:04:27,000 --> 00:04:36,000
Aber die Institution an sich ist keineswegs verschwunden. Ein Beispiel zum Beispiel ist das berühmte St. Patrick vom St. Paddy's Day.

47
00:04:36,000 --> 00:04:47,000
Der berühmte irische Heilige, der quasi scheinbar laut den Aussagen den mythologischen Irland konvertiert hat zum Katolicismus und die Schlangen aus Irland vertrieben hat

48
00:04:47,000 --> 00:04:57,000
eben der große irische Schutzheilige ist und der wurde laut den Mythen, den heiligen Geschichten über ihn,

49
00:04:57,000 --> 00:05:06,000
der kam aus Cornwall und wurde von Piraten Ende des Viertens, Anfang des fünften Jahrhunderts, nach Klestus geraubt.

50
00:05:06,000 --> 00:05:14,000
Also sehr spät Antike noch und wurde dann nach Irland eben als Sklave verkauft und kam so ursprünglich auf die Insel,

51
00:05:14,000 --> 00:05:19,000
auf der dann zum großen Heiligen Wohl, einer der typischen Bieten der Zeit quasi.

52
00:05:19,000 --> 00:05:26,000
Und der Abolitionismus kommt aber, wie wir gelöst mal gehört haben in Antike, also diese Wille zur Abschaffung der Sklaverei nicht vor

53
00:05:26,000 --> 00:05:32,000
und kommt dann auch im Mittelalter irgendwo als intellektuelle Strömung oder sowas auf.

54
00:05:32,000 --> 00:05:40,000
Das liegt sicherlich auch daran, dass die wage Definition von Sklaverei eben sehr unterschiedlich,

55
00:05:40,000 --> 00:05:50,000
dass nicht von uns 1 zu 1 zurückzurückprojektierbar ist, die Byzantiner, die ja bekanntlich die Nachweislich einer der großen Abnehmer für Sklaven aus Osteuropa waren

56
00:05:50,000 --> 00:06:00,000
und bei denen Sklaverei durchaus eine Rolle gespielt hat gesellschaftlich, hatten an sich nicht mal ein konkretes Wort für Sklave,

57
00:06:00,000 --> 00:06:08,000
was ich ganz spannend finde. Gesellschaft, die wir heute auf jeden Fall Sklaven halten, einstufen würden, das nicht richtig benennt.

58
00:06:08,000 --> 00:06:15,000
Und ja, wir haben eben die Probleme der Vielzeitskeit der Form von Unfreiheit in ganz Eurasien und darüber hinaus.

59
00:06:15,000 --> 00:06:23,000
Gab es das zu der Zeit auch schon diese Entmenschlichung der Sklaven? Weil dann würde das vielleicht so ein bisschen Sinn machen,

60
00:06:23,000 --> 00:06:25,000
dass es nicht mal ein Wort für die...

61
00:06:25,000 --> 00:06:33,000
Du musst es ja trotzdem irgendwie beschreiben, wenn du das selbst für den Menschen so wahre machst, hast du ja eigentlich ein Begriff dafür.

62
00:06:33,000 --> 00:06:40,000
Über die Begriffe zu Sklaverei reden wir am Ende der Folge heute noch ein bisschen. Da können wir gerne später noch mal drauf zurückkommen.

63
00:06:40,000 --> 00:06:45,000
Es gibt generell die Tendenz, dass sich eben die Begriffe damit verschieben.

64
00:06:45,000 --> 00:06:51,000
Im antiken Rom wurde zum Beispiel oft der normale Begriff für junge oder Mädchen für Sklaven, jungen und Sklavenmädchen verwendet.

65
00:06:51,000 --> 00:06:53,000
Und der hatte einfach die Doppelbedeutung.

66
00:06:53,000 --> 00:07:00,000
Dafür ist dann die Frage, haben die kein extra Begriff, weil sie es irgendwie nicht sichtbar machen wollen oder ist eher das Gegenteil der Fall.

67
00:07:00,000 --> 00:07:10,000
Und es gibt kein Begriff, weil es so allumfassend normal ist, dass du quasi auch den normalen Begriff für junge oder Mädchen dann früher oder später zu einem Begriff für auch Sklavenkinder wird.

68
00:07:10,000 --> 00:07:13,000
Also, dass es in so eine Verschiebung gibt einfach über die Zeit.

69
00:07:13,000 --> 00:07:19,000
Generell spielt Religion aber eine ganz spannende Rolle bei dieser Debatte über Sklaverei in Europa.

70
00:07:19,000 --> 00:07:28,000
Alice Rio, die zweite große Grundlage hierfür, die vorgeschrieben hat, mit ihrem Buch Slavery After Rome, schreibt dazu...

71
00:07:28,000 --> 00:07:38,000
Kirchenmänner, vor allem in kirchlichen Kremien, hatten schon seit Langem ihre tiefe Sorge über den Verkauf von Christen an Heiden zum Ausdruck gebracht.

72
00:07:38,000 --> 00:07:46,000
Über den Handel von Christen mit anderen Christen haben sie sich dagegen keine Gedanken gemacht und daher auch keine Aufzeichnungen.

73
00:07:46,000 --> 00:07:55,000
Dies macht die Überfälle und den Sklavenhandel mit Muslime oder Wikingern von Natur aus viel sichtbarer als jede andere Art.

74
00:07:55,000 --> 00:08:03,000
Jüdische Händler sind ein weiteres Beispiel. Lange Zeit ging man davon aus, dass sie die wichtigsten Sklavenhändler in Westeuropa waren.

75
00:08:03,000 --> 00:08:15,000
Aber das mag einfach daran liegen, dass sie die christlichen Kommentatoren vor ein offensichtlicheres Problem stellten, was zu einem besonders hohen Grad an Sichtbarkeit im Quellenmaterial führte.

76
00:08:15,000 --> 00:08:29,000
All dies verzerrt die Beweislage stark in Richtung einer Darstellung von Saffenüberfällen und Sklavenhandel als ein im Wesentlichen grenzüberschreitendes Kultur- und oder Religionsübergreifendes Phänomen.

77
00:08:29,000 --> 00:08:46,000
Daran finde ich sehr spannend, dass die Sichtbarkeit, die hier in den Quellen erwähnt wird, sehr viel mit den Vorurteilen der Zeit zu tun hat, wenn wir sehen, dass sich verschiedene hohe Kirchenleute darüber beschweren, wenn man Christen an Muslime verkauft oder nicht Christen,

78
00:08:46,000 --> 00:09:00,000
weil die dann quasi in Gefahr laufen würden, schlecht behandelt zu werden, aber es ist vollkommen okay, von einem anderen Christen bis Essen zu werden, dann geht es wahrscheinlich nicht so richtig darum, dass man Sklaverei kritisiert, sondern eher darum, dass man Leuten anderen Glaubens nicht mal zutraut,

79
00:09:00,000 --> 00:09:19,000
sondern auch nicht so richtig zu behandeln, wie ein richtig guter Christenmensch tut, wie mit leute in Europa. Und diese Theorie mit den jüdischen Händlern, da würde ich gerne näher darauf eingehen, weil das habe ich tatsächlich als ich angefangen, hier zu recherchieren, immer wieder gelesen in scheinbar glaubwürdigen historischen Publikationen

80
00:09:19,000 --> 00:09:39,000
und erst als dann aktuelle Forschung, also gerade von Rio oder eben von Ott gefunden habe, die Artikel, die mir da nochmal die Augen geöffnet haben, wie einseitig und wie fehlgeleit diese Argumentation eigentlich ist, wenn ich mich eben darauf verlass, dass sich irgendwelche Bischöfe in Italien darüber beschweren, dass die Juden zu viel Sklaven handeln,

81
00:09:39,000 --> 00:09:49,000
dann zu sagen, die Juden müssen die grülleinzigen Sklavenhändler gewesen sein, dass das nicht wirklich der richtige Weg ist, um mit Vorurteilen der Menschen der Zeit auch umzugehen, sollte klar sein.

82
00:09:49,000 --> 00:10:07,000
Letztes Mal haben wir so ein bisschen die Pyramidensache, die Bank, denn heute ist die große die Bank Theory, dass die Juden besonders großen Einfluss auf den Sklavenhandel hat und es bezieht sich indirekt auch auf die Wikinger, wo gesagt wird, naja, wir haben eben eine viel höhere Sichtbarkeit von Überfällen von skandinavischen Nichtchkisten,

83
00:10:07,000 --> 00:10:22,000
oder auf Zentraleuropa und es wird eben der Eindruck erweckt, als wären es die einzigen, die Sklaven rauben würden, während die Sachsen, die dann frisch konvertiert sind hier in rundem Berlin, in Nordostdeutschland, genau das Gleiche gemacht haben.

84
00:10:22,000 --> 00:10:44,000
Und dafür hat sich keiner drüber beschwert, da haben die Bische verteilt genommen an den Kriegszügen und haben Teile der Profite eingeschlossen und haben dann durften dann dort ihr Beastume eröffnen, nachdem die lokalen Kultstätten gebranschatz wurden und die Männer in die Zwangs und Männerfrauen und Kinder verkauft wurden, danach konnte man quasi das ganze Stand fürs Christentum erschließen.

85
00:10:44,000 --> 00:11:01,000
Darüber wird sich nicht beschwert, das muss man dabei eben ganz wichtig mitdenken. Papst Golasius I erklärte 1492, dass der Handel mit heidnischen Sklaven von Gallien nach Italien auch den Juden gestirbt sei.

86
00:11:01,000 --> 00:11:17,000
Doch Papst Golasius I war auf den Juden dann einig Jahre später vor, dass eben gerade sie mit christlichen Sklaven handeln würden, nicht weil es schlecht ist, Sklaven zu haben, seine große Sorge war, dass sie heimlich zu Juden gemascht werden würden.

87
00:11:17,000 --> 00:11:24,000
Und da sehen wir halt, worum es diesen Geden geht. Die trauen halt quasi dem Juden nicht, die können die doch heimlich beschneiden.

88
00:11:24,000 --> 00:11:39,000
Wenn die mit Klaven, wer weiß, ob die nicht heimlich beschneiden. Und darum geht es, warum quasi die so gar nicht würde. Ich muss ein guter, echter christlicher Menschenhandel zwischen Christen stattfinden, dann hat die Kirche damit kein Problem.

89
00:11:39,000 --> 00:12:00,000
Der Besitz von christlichen Sklaven wurde auf Konzilen ab 1541 an sich tatsächlich auch immer wieder verboten. Aber wie das so oft mit Kirchenkonzilen ist, und das haben wir hier auch bei den Hexenverfolgungen und den Inquisitionssachen und so ein bisschen gehört, ist eine Frage, was verboten wird auf einem Konzil und eine andere Sache, was umgesetzt werden wird davon.

90
00:12:00,000 --> 00:12:12,000
Und in einer Zeit, in der es keinen zentralisierten Staat gibt, ist es sehr, sehr schwer, irgendwas davon wirklich durchzusetzen. Und die Realität sah anders aus, wie die Erlasse auf den Kirchenkonzilen.

91
00:12:12,000 --> 00:12:15,000
Ich habe noch ein Sintat von undine-Otten für euch.

92
00:12:15,000 --> 00:12:35,000
Die von Charles Verlinton etablierte Thise im mittelalterlichen Sklavenhandelsgeschäft hätten sich in erster Linie Juden betätigt, ja, jüdische Kaufleute hätten ein nahezu Weltenurspannen des Netzwerks des Menschenhandels unterhalten, ist bisher nur von wenigen Historikerinnen in Frage gestellt worden.

93
00:12:35,000 --> 00:12:48,000
Vor allem Michael Toch hat sich um die Dekonstruktion dieser Thise verdient gemacht und aufgezeigt, dass Verlinton häufig Quellen miteinander verknüpfte, die gar nicht über dieselbe Sache sprachen.

94
00:12:48,000 --> 00:13:03,000
Toch kam zu dem Schluss, dass die erhaltenen Quellen keineswegs von einem Sklavenhandelsmonopol jüdischer Kaufleute sprechen, und er bezweifelte sogar, dass Juden während des Mittelalters überhaupt in diesem Wirtschaftszweig tätig waren.

95
00:13:03,000 --> 00:13:06,000
Damit geht er, glaube ich, ein bisschen zu weit tatsächlich.

96
00:13:06,000 --> 00:13:15,000
Also, was ich so gelesen habe, haben wir genug Beweise dafür, dass eben auch die Juden daran beteiligt waren, aber eben nicht ausschließlich.

97
00:13:15,000 --> 00:13:18,000
Und sie hatten nicht dieses weltumspannende Monoponomal.

98
00:13:18,000 --> 00:13:24,000
Die einzigen, die weil jetzt verschiedene Sprachen anscheinend konnten, eben weit, es gab andere Leute, die auch mehrere Sprachen gingen zu der Zeit.

99
00:13:24,000 --> 00:13:27,000
Und die durchaus in der Lage waren, Menschen zu verkaufen.

100
00:13:27,000 --> 00:13:42,000
Und die gar der große, bekräftigte 779 und 781 des Privileg jüdischer Händler Sklavenhandel auch zu betreiben, eben vorwiegend mit damals im Osteuropa aufgegriffenen Heiden, aufgegriffenen dicken Fracht,

101
00:13:42,000 --> 00:13:47,000
alle Aufrufezeichen, wir haben ja schon besprochen, wie Menschen zu Sklaven wurden.

102
00:13:47,000 --> 00:13:52,000
Und zu Osteuropa kommen wir gleich noch ein bisschen genauer, wie es da quasi abging.

103
00:13:52,000 --> 00:13:59,000
Generell war, was ich sehr spannend fand, Prag, eines der zentralen Zentren von Sklavenhandel in Europa.

104
00:13:59,000 --> 00:14:03,000
Es wird euch heute bei den Pragerstattführungen auch wahrscheinlich nicht erzählt.

105
00:14:03,000 --> 00:14:14,000
Und weil Prag eben auch so ein bisschen Grenzland zu den heidnischen Slaven in Osteuropa war, die man eben noch gut verschlafen konnte, die nicht christianisiert waren,

106
00:14:14,000 --> 00:14:20,000
auf die sich keine Art von Schutz zwischen Christen von irgendwelchen Kirchenkonzielen erstreckt hat.

107
00:14:20,000 --> 00:14:29,000
Und die Linie ging dann oft von Prag nach Verdaz in Frankreich, die Stadt, die wir als hauptsächlich im ersten Weltkrieg in Zusammenhang bringen.

108
00:14:29,000 --> 00:14:34,000
Und in Verdaz war der größte Sklavenmarkt Europas im Mittelalter.

109
00:14:34,000 --> 00:14:42,000
Es wird später nochmal relevant, ich greife noch mal vor, in Verdaz wurden auch die Eunuchen für den Export hergestellt.

110
00:14:42,000 --> 00:14:43,000
Hergestellt.

111
00:14:43,000 --> 00:14:47,000
Ja, ich habe noch mal ein schönes Zitat, Jonas, bitte.

112
00:14:47,000 --> 00:14:57,000
Jüdische Sklavenhändler, die im östlichen Europa selbst aktiv waren, erwähnte Ibrahim Ibn Yacoub in seinem Reisebericht.

113
00:14:57,000 --> 00:15:07,000
Der jüdische Andalusia war um 965 oder 973, unter anderem durch Ost-Mitteleuropa gereist.

114
00:15:07,000 --> 00:15:19,000
Er beschrieb Prag als Handelszentrum, in das Türken Muslime und Juden aus den Ländern der Türken, wie Latela Trak, möglicherweise dem kapaten Becken Kemen.

115
00:15:19,000 --> 00:15:28,000
Sie brechten so Ibrahim Handelswachen mit und führten im Gegenzug Sklaven, Rakik, Zinn und Pelze aus.

116
00:15:28,000 --> 00:15:39,000
Auch in lateinischen Quellen des 10. Jahrhunderts, für mir Prag als Ort, an dem Juden menschliche Ware, Christen ebenso wie Gentil-Religiöse verkauften.

117
00:15:39,000 --> 00:15:49,000
Ibrahims Augenzeugenbericht legt jedoch nahe, dass neben jüdischen Händlern auch muslimische und Gentil-religiöse Kaufleute in diesem Geschäft tätig waren.

118
00:15:49,000 --> 00:15:51,000
Ja, ganz spannend, oder?

119
00:15:51,000 --> 00:16:06,000
Und diese Ort in ihrem Artikel analysiert dabei auch so Ausführung arabischsprachiger Autoren über das östliche Europa und sagt, dass dabei eben nicht die jüdischen Sklavenhändler wie den christlichen Quellen die ganze Zeit im Vordergrund stehen,

120
00:16:06,000 --> 00:16:28,000
sondern vor allem Russangehörige, also der Russ wurde ja ganz kurzgeschichte höchstwahrscheinlich von Skandinaviern, die in der Zeit der Wikinger, die quasi auch nach Osten gefahren sind und dort quasi frühe Staatlichkeiten mit lokalen Slaven zusammen aufgebaut haben.

121
00:16:28,000 --> 00:16:40,000
Also Rurik zum Beispiel, der mythologische Gründungsvater des Russ wurde eingeladen, weil die lokalen Adligen, die slavischen Adligen sich gestritten haben und dann die eingeladen als Herrscher um der Ruhe zu sorgen.

122
00:16:40,000 --> 00:16:45,000
Klingt wie eine erfundene Geschichte, die Rurik später in die Welt gesetzt hat um zu legitimieren, warum er herrscht.

123
00:16:45,000 --> 00:16:48,000
Aber genau, das ist so ein bisschen der Russ.

124
00:16:48,000 --> 00:16:54,000
Und eben die Ungarn. Das sind die beiden Gruppen, die vor allem in den arabischsprachigen Quellen im Vordergrund stehen.

125
00:16:54,000 --> 00:16:59,000
Beide werden in den Quellen als naturische Menschenräuber und Händler porträtiert.

126
00:16:59,000 --> 00:17:11,000
Almasudi beispielsweise erzählt von Raubzügen, der Russ an den Küsten des Kaspevmeeres in den 1910er Jahren, bei denen die Piraten aus dem Norden Beute in Form von Frauen und kleinen Kindern machten.

127
00:17:11,000 --> 00:17:14,000
Also gerade wieder dieses Motiv, was er immer wieder...

128
00:17:14,000 --> 00:17:19,000
910er, nicht 19, nicht 19, 910er.

129
00:17:19,000 --> 00:17:27,000
Vielleicht auch in den 1910er Jahren nochmal. Ich muss mal nachlesen, weil ich das zeitlose Bar highten.

130
00:17:27,000 --> 00:17:40,000
Und generell sehen wir, dass Ost-Europa, wenn es um Sklavenhandel im Mittelalter geht, durchaus eine prominente Rolle spielt, was die Erwähnung davon angeht.

131
00:17:40,000 --> 00:17:44,000
Also wir haben Haussklaven in Italien durchgehend in der Zeit.

132
00:17:44,000 --> 00:17:55,000
Wir haben im nördlichen Mittelmeerraum quasi eine ungebrochene Kontinuität von der Antike von Haussklaven, die Leute sie leisten können, wenn sie den Status und das Geld haben.

133
00:17:55,000 --> 00:18:06,000
Aber ab dem 9. und 10. Jahrhundert sehen wir zwei grundlegende Phänomene in Europa, die zu einer Veränderung der Situation führen.

134
00:18:06,000 --> 00:18:12,000
Wir haben auf der einen Seite eine steigende Nachfrage nach Sklaven aus der muslimischen Welt.

135
00:18:12,000 --> 00:18:26,000
Und wir haben den Zusammenschluss eines riesigen Wichinger, Raub- und Handelsnetzwerkes, das sich von Grönland dann irgendwann bis nach Konstantinobil erstreckt.

136
00:18:26,000 --> 00:18:38,000
Und diese beiden Entwicklungen sind durchaus tatsächliche Realitäten, aber sie stehlen der Sklaverei, die die ganze Zeit lokal geherrscht hat, so ein bisschen die Show.

137
00:18:38,000 --> 00:18:46,000
Und im Endeffekt lassen sich jetzt nachwirken nicht mehr diese riesigen Menschenströme, die aus Osteuropa in die Ferne verschleppen wurden, zu richtig nachweisen.

138
00:18:46,000 --> 00:18:56,000
Sondern es ist eigentlich, wenn man sich die Quellen anschaut, wahrscheinlicher, dass Leute oft lokal versklaft wurden und dann oft auch dort lokal versklaft geblieben sind.

139
00:18:56,000 --> 00:18:58,000
So mit Ausnahmen.

140
00:18:58,000 --> 00:18:59,000
Aber ja.

141
00:18:59,000 --> 00:19:06,000
In Osteuropa spielt dabei die Praxis der Schulzglaverei, die in Westeuropa weniger verbreitet war eine große Rolle.

142
00:19:06,000 --> 00:19:15,000
Also schon bevor das Christentum oder gerade bevor das Christentum in Osteuropa einzugehalten hat, wurde bei den Slavens Schulzglaverei praktiziert.

143
00:19:15,000 --> 00:19:19,000
Dazu ein Zitat von Al-Gharnati.

144
00:19:19,000 --> 00:19:28,000
Wenn ein Mann das Recht gebrochen hatte und die als Strafe geforderte Summe Geldes nicht aufbringen konnte, dann wurden seine Frau und seine Kinder verkauft.

145
00:19:28,000 --> 00:19:37,000
Wenn er keine Kinder hatte, wurde er selbst verkauft und musste einem Herren als Sklave dienen, bis an sein Lebensende oder bis er sich frei kaufen konnte.

146
00:19:37,000 --> 00:19:52,000
Außerdem war Schulzglaverei laut Al-Gharnati verbreitet, sodass ein Slave, der mit einem muslimischen Kaufmann Handeltrieb und seine Schuld nicht begleichen konnte, zur Tilgung der Schuld zusammen mit seinen Kindern in die Sklaverei verkauft wurde.

147
00:19:52,000 --> 00:19:59,000
Auch vom Handel mit Sklavinnen und Sklaven in den Ländern des Slavens ist in Al-Gharnatis Schrift die Rede.

148
00:19:59,000 --> 00:20:20,000
Ah ja, und was man dabei nicht vergessen darf, auch Menschenopfer gab es bei den vorgrößlichen Osteuropaschen Slavens noch, wo dann regelmäßig Leute mit verbrannt wurden bei den Feuerbegräbnissen und mehr oder weniger freiwillig mit in die Flammen geworfen wurden, um ihren Herren quasi nach dem Tode zu dienen.

149
00:20:20,000 --> 00:20:34,000
Gab es im Hinduismus ja früher auch als Praxis, bevor es die Briten illegalisiert haben, dass gewisse Kasten, die Frauen sich mit den Männern verbrennen mussten, sollten es als angemessen galt.

150
00:20:34,000 --> 00:20:41,000
Ich weiß nicht, wie ich das am besten nur beschreibe, aber wo es einen gewissen gesellschaftlichen Druck gab, dass wenn ein Mann stirbt, du quasi, du auch beendet bist.

151
00:20:41,000 --> 00:20:57,000
Bis ins 12. Jahrhundert hinein, also ins hohe Mittelalter, fanden Ostwärts der Hohdersklaven Jacken statt, bei denen die Sachsen dann zum Beispiel, die ja selber von Karl dem Großen in einem sehr langen blutigen Krieg zwangskristallisiert wurden,

152
00:20:57,000 --> 00:21:13,000
haben sich dann als die Zeit der Kreuzzüge angebrochen ist und davor auch schon umgedreht und gesagt, Moment, jetzt nie mehr Christen und wenn wir jetzt Kreuzzüge ins Land der Ungläubigen machen sollen, dann können wir das doch eigentlich auch direkt hier mit unseren Ungläubigen Nachbarn machen.

153
00:21:13,000 --> 00:21:42,000
Und haben dann angefangen, die Tradition der Reise, wie es später bei den baltischen Kreuzzügen hieß, zu machen. Also im Sommer haben sich dann in den Hafenstädten Männer versammelt, oft Artlige mit ihrem Angehörigen und sind dann gemeinsam losgezogen, um so ein paar Monate über die Sommerzeit, wo man sonst nichts zu tun hat, einfach ein bisschen zu Brandschatzen, zu Kreuzzügen und ja, den Preusen und das Christentun erzubringen mit dem Schwert in der Hand.

154
00:21:42,000 --> 00:21:57,000
Genau. Und das wurde quasi zu einer gewissen Tradition und dabei wurden eben ganz gezielt Sklaven gemacht, um sie dann weiter zu verkaufen über so Umschlagplätze wie eben Werder oder Prag oder wo auch immer.

155
00:21:57,000 --> 00:22:10,000
Und jetzt habe ich wieder den Eindruck erweckt, das wären es nur die Magianen und die Slaven gewesen, weil eben gerade die Arabischsprachengfällen da viel darüber reden, sei es einmal wieder so einen anderen Bayes und tatsächlich waren aber alle mit Heiligation. Jonas, bitte.

156
00:22:10,000 --> 00:22:27,000
Abgesehen von jüdischen und gentil-religiösen Sklavenhändlern, berichten die Quellen auch von Christen und Muslimen, die aus den Angrenzen dann reichen, ins östliche Europa und seine Grenzregionen kamen, um in Razzien oder durch Handel Sklaven zu akquirieren.

157
00:22:27,000 --> 00:22:43,000
Namentlich erwähnt werden Byzantina, Venezianer, Bayern, Kurezmia und Kurasana. Die Opfer dieser Fosklaver und Sklavenhändler waren häufig Menschen, die nicht einer der drei aprahamitischen Religionen anhiegen.

158
00:22:43,000 --> 00:23:05,000
Jeffrey Finn Paul hat 2009 den Begriff der No-Slaving-Zone gebraucht, um die islamischen und christlichen Imperien des Mittelalters als Räume zu beschreiben, in denen die Fosklaven freier Glaubensbrüder und Schwestern aus religiösen Gründen zunehmend tabuisiert und rechtlich untersagt worden sei.

159
00:23:05,000 --> 00:23:33,000
Diese Reiche seien zu Territorien geworden, wo weder Menschenraub, Verwandten oder Selbstverkauf noch Schuld- und Strafsklaverei in nennenswerte Maße mehr vorgekommen seien und hätten daher the world's first perfect no-slaving-zones gebildet, jenseits ihrer Grenzen hingegen sein neue Verschleffungszonen entstanden, die nun den Sklavenbedarf der monotheistischen Imperien decken sollten.

160
00:23:33,000 --> 00:23:40,000
Eine der bedeutendsten slaving-zones des 9. und 10. Jahrhunderts sei das östliche Europa gewesen.

161
00:23:40,000 --> 00:24:10,000
Das Problem, was wir damit haben, ist, dass wir immer wieder Quellen finden, wie den vorher erwähnten andalusischen jüdischen Sklavenhändler, der aus Europa getourt ist und uns davon niederlassen hat, und der dann selber in Ungarn, glaub ich, sich zwei junge Frauen und ein Kind kauft, die beide, also in zener Zeit als Ungarn schon eine Weile christlich ist zum Beispiel, wo wir einfach sehen, es gibt so gewisse Kontinuität, ein gutes Kirchenkonzil hat das verboten, aber diese no-slaving-Zone, die sich in der Zeit der Zeit nicht mehr verabschiedet hat, hat sich die Zeit nicht mehr verabschiedet, die sich in der Zeit nicht mehr verabschiedet hat, hat sich die Zeit nicht mehr verabschiedet, die sich in der Zeit nicht mehr verabschiedet hat, hat sich die Zeit nicht mehr verabschiedet, die sich in der Zeit nicht mehr verabschied

162
00:24:10,000 --> 00:24:40,000
und die dort im Zeit狀 war eben in der Realität nicht so, nicht so hart durchgesetzt worden, wie das gern behauptet wird. Tatsächlich gab es aber einen gewissen kulturellen Trend dazu zu sagen, es ist offiziell nicht angesehen andere christliche Sklaven, es gab auf jeden Fall dann die öffentliche Meinung, hat sich als erst einmal gegen so eine gewisse Art von Sklaverei gewendet aber eben auch, wie wir gemerkt haben, in ganz engen Grenzen und meistens eben nur, wenn die Sklaven von den falschen Leuten besessen sind, oilst absolutely natural

163
00:24:40,000 --> 00:24:44,360
wurden bzw. mit Besitzer hatten, die falsche Religion hatten in den Fällen.

164
00:24:44,360 --> 00:24:52,360
So, jetzt beginnt auch im Mittelalter diese Entwicklung, dass gewisse Ethnien in unterschiedlichen Sprachen

165
00:24:52,360 --> 00:24:57,840
mit dem Thema Sklaverei verbunden werden. In einigen extremen Fällen gibt es sogar die

166
00:24:57,840 --> 00:25:03,560
Tendenz, dass ethnische Begriffe zynonym für jemandem für viel gehandeltes Sklaven wurden,

167
00:25:03,560 --> 00:25:09,320
unabhängig von der tatsächlichen ethnischen Herkunft der Leute. In Bayern sagt man ja Servus,

168
00:25:09,320 --> 00:25:15,600
als Begrüßung. Und das bedeutet ja im Endeffekt auch, ich diene dich, ne? Ich bin dein Sklave,

169
00:25:15,600 --> 00:25:25,480
ich bin dein Diener. Zu Dienst, bitte. Zu Diensten, genau. Und dieses Servus war quasi das altlaterainische

170
00:25:25,480 --> 00:25:31,880
Wort eines der Begriffe für Sklaven, für den unfreien Diener und es wurde dann nach und nach,

171
00:25:31,880 --> 00:25:38,920
aber über eine Lautverschiebung im Französischen als Beispiel zu Servus, vor dem wir Serft haben

172
00:25:38,920 --> 00:25:44,400
und sowas herbekommen im Englischen dann auch. Oder Servant, das Gleiche ist im Englischen passiert,

173
00:25:44,400 --> 00:25:50,480
dass aus dem Servus oder der Servi der Servant wurde. In diesen Jahrhunderten, in denen diese

174
00:25:50,480 --> 00:25:54,640
Lautverschiebung in den Sprachen stattfand, hat sich aber auch die gesellschaftliche Bedeutung

175
00:25:54,640 --> 00:26:00,240
dieses neuen veränderten Begriffs geändert. Das heißt, dann musste man einen neuen Begriff für

176
00:26:00,240 --> 00:26:06,760
die Sklaven importieren und bei diesem Reimport im frühen Mittelalter irgendwann, als quasi das

177
00:26:06,760 --> 00:26:14,360
lateinische paar hundert Jahre abgeschliffen ist, wird dann der Begriff Sklav im Französischen

178
00:26:14,360 --> 00:26:21,040
importiert als neu Begriff, weil Servus jetzt auf einmal eine andere gesellschaftliche Bedeutung

179
00:26:21,040 --> 00:26:26,840
hat und eher Leute beschreibt, die Land bearbeiten, das ihnen nicht gehört, aber die keine Sklaven im

180
00:26:26,840 --> 00:26:32,640
eigentlichen Sinne sind, und dementsprechend dann der Begriff nicht mehr ausreichend ist. Und

181
00:26:32,640 --> 00:26:39,760
dieser neu importierte Begriff bezieht sich dann auf eine Ethnähe, nämlich kommt von Sklavus, was

182
00:26:39,760 --> 00:26:44,520
ursprünglich im lateinischen einfach Sklave, er ist es, sorry, also ursprünglich im lateinischen

183
00:26:44,520 --> 00:26:49,960
einfach Slave bedeutete, also einfach Person aus Osteuropa. Und in diesem Reimport des Wortes,

184
00:26:49,960 --> 00:26:56,520
sowohl ins Englische als auch ins Deutsche als auch ins Französische, im Frühmittelalter wird

185
00:26:56,520 --> 00:27:02,760
dieser Begriff mit einer Ethnähe verbunden, nämlich Osteuropaschen-Slave in diesen Sprachen. Also

186
00:27:02,760 --> 00:27:09,240
wir sehen nicht irgendwie so eine eins zu eins, der Begriff wird zu einer Bezeichnung dafür,

187
00:27:09,240 --> 00:27:14,400
sondern es ist eigentlich ein sehr komplexer Prozess, dass der alte Begriff aus dem lateinischen

188
00:27:14,400 --> 00:27:19,960
heraus wächst, aus der Lebensrealität der Menschen dann im Frühmittelalter und wird dann ein Reimport

189
00:27:19,960 --> 00:27:24,280
von einem original lateinischen Begriff, der das aber nicht im lateinischen bedeutete hat. Wenn du

190
00:27:24,280 --> 00:27:31,440
Sklavus zu einem Römer sagst, dann denkt er an jemand aus Osteuropa, der nicht verslafft ist. Diese

191
00:27:31,440 --> 00:27:35,920
Konnexation wird dann später geschaffen. Das passiert aber auch in anderen Sprachen, nicht nur

192
00:27:35,920 --> 00:27:41,280
jetzt in den von mir erwähnten Europäischen. Im Arabischen passiert spannenderweise das gleiche

193
00:27:41,280 --> 00:27:49,920
und das zehnte Jahrhundert wird der Begriff Sakaaliba von Slave zu Sklave oder Eunuq im Allgemeinen

194
00:27:49,920 --> 00:27:55,680
Gerebranded. Das ist im Arabischen sehen wir eine klare Linie von, das ist der Begriff, den wir

195
00:27:55,680 --> 00:28:00,320
ursprünglich für die Bewohner aus Osteuropas verwenden und der wird dann zum Synonym für Sklaverei.

196
00:28:00,320 --> 00:28:08,040
Welsh weist im Altenglischen aber interessanterweise eine ähnliche semantische Verschiebung auf,

197
00:28:08,040 --> 00:28:12,600
quasi nachdem die Angeln und Sachsen dann nach auf die Insel rüber gemacht haben,

198
00:28:12,600 --> 00:28:18,600
das sag ich mal, wurden eben sehr viele Menschen verslafft, die nicht Angelsachsen waren und

199
00:28:18,600 --> 00:28:24,280
christlich und romanisiert und das sind eben die Valyser. Der Welsh ist im Endeffekt der

200
00:28:24,280 --> 00:28:30,640
christianisierte Nachbar von dir im Altgermalischen als Bezeichnung. Deswegen auch das Wallis in der

201
00:28:30,640 --> 00:28:36,240
Schweiz und so geht auch auf die Bezeichnung, dass es quasi romanisierte christianisierte Nachbarn

202
00:28:36,240 --> 00:28:41,720
von deutschsprachigen, proto-deutschsprachigen Stimmen waren und die die dann so als Fremdbezeichnung

203
00:28:41,720 --> 00:28:47,200
bezeichnet haben. Genau und deswegen der Valyser bedeutete dann gleichweisig einfach,

204
00:28:47,200 --> 00:28:52,400
ist ursprünglich Ausländer, christianisierte Ausländer und ab dem 10. Jahrhundert fängt

205
00:28:52,400 --> 00:28:57,160
es dann auf einmal einen Sklave zu bedeuten im Altenglischen. Also auch eine ähnliche Verschiebung

206
00:28:57,160 --> 00:29:01,720
von dir kommen auf die Insel, wir haben halt das Wort und fangen das jetzt das Wort für Ausländer

207
00:29:01,720 --> 00:29:06,880
auf einmal in einem Kontext für Sklave zu verwenden. So, aufgrund der Gegebenheiten vor Ort. Die

208
00:29:06,880 --> 00:29:13,440
jen spanischen und portugiesischen Rückeroberungen im ausgehenden Mittelalter hielten die Sklaverei

209
00:29:13,440 --> 00:29:19,160
auf der iberischen Halbinsel am Leben, die quasi schon auch in der muslimischen Zeit existiert

210
00:29:19,160 --> 00:29:25,400
haben und ließen sie auch zunehmend florieren. Was ich extrem spannend fand bei der Recherche war,

211
00:29:25,400 --> 00:29:31,160
dass die Wiederbildung des römischen Rechts zu dieser Zeit stattgefunden hat. Diese Wiederentdeckung

212
00:29:31,160 --> 00:29:36,000
zu sagen, wir bauen jetzt den neuen Staat der iberischen Halbinsel auf dem römischen Recht

213
00:29:36,000 --> 00:29:41,000
auf und wie wir vorhin gelernt haben, ein letzten vorgegelernt haben, ging es daher auch viel um,

214
00:29:41,000 --> 00:29:46,680
wie man Sklaven handelt und was für Rechte und Nichtrechte im Pflichten Sklaven haben sozusagen.

215
00:29:46,680 --> 00:29:51,320
Und diese Wiederbelebung des römischen Rechts führt dann dazu, dass sie das römische Recht

216
00:29:51,320 --> 00:29:58,200
gemeinsam mit der Expansion von Spanien und Portugal auch auf neue Gebiete in Übersie

217
00:29:58,200 --> 00:30:02,760
übergreift und anfängt zum Beispiel in der Karibik und Sklavensstatus nach altem römischen

218
00:30:02,760 --> 00:30:07,680
Recht zu ordnen. Und die Spanier und die Portugiesen sind da in den frühen Zeiten sehr,

219
00:30:07,680 --> 00:30:11,880
sehr auf Legalismus bedacht und alles muss irgendwie rechtlich abgesichert sein und was

220
00:30:11,880 --> 00:30:18,840
sie machen ist einfach Genozid. Also das ist schon echt krass, in der die Realität davon unterscheidet.

221
00:30:18,840 --> 00:30:27,080
Und in dieser Zeit im Mittelalter, im ausgehenden Mittelalter beginnt auch, dass Sklaverei mit

222
00:30:27,080 --> 00:30:34,880
Rassismus verknüpft wird. Eigentlich war Sklaverei im Mittelalter durch das Gesetz und auf keine

223
00:30:34,880 --> 00:30:39,520
Art durch irgendeine ethnische Zugehörigkeit definiert. Du wurdest Sklave, weil du in

224
00:30:39,520 --> 00:30:43,320
Schulzglaverei gekommen bist oder weil du den Krieg verloren hast. Es gab da keine Verbindung,

225
00:30:43,320 --> 00:30:49,280
wie die dann später aufkommt zu einer gewissen Ethnene. Wie wird es ja auch dann in der mittelalterlichen

226
00:30:49,280 --> 00:30:53,600
Verschiebung des Begriffs mit Esklavasch sehen? Also das ist eine neue Entwicklung, die da aufkommt.

227
00:30:53,600 --> 00:31:00,960
Und es gibt eine Entwicklung, die man eben nachzeichnen kann, die von früheren Urteilen über

228
00:31:00,960 --> 00:31:06,200
die religiösen geografische Herkunft von Sklaven dann zu einer zunehmenden Tendenz führt,

229
00:31:06,200 --> 00:31:11,880
Herkunft und Identität in explizit rassistischen Begriffen zu begreifen. Also die Sklavenhalter

230
00:31:11,880 --> 00:31:16,800
beauftragen dann Händler immer selektiver, ihnen auch Sklaven aus einer bestimmten Region

231
00:31:16,800 --> 00:31:21,000
mit einem bestimmten Aussehen zu bringen. Weil die anscheinend gewisse Eigenschaften

232
00:31:21,000 --> 00:31:27,040
hätten und so. Das ist eine höchst problematische Verknüpfung da. Und diese Sexualisierung und

233
00:31:27,040 --> 00:31:32,280
Rassifizierung, die wir dann dort sehen, Frauen aus gewissen Gebieten galten als besonders hübsch

234
00:31:32,280 --> 00:31:38,320
und so weiter, sorgte dann auf der iberischen Halbinsel dazu, nachdem sich Portugal und

235
00:31:38,320 --> 00:31:43,200
Spanien eben zunehmend auch in Westafrika und auf die kanarischen Halbinseln im 15. Jahrhundert

236
00:31:43,200 --> 00:31:51,080
ausbreiten, dass eine zunehmende Verbindung zwischen dem Status von jemandem als freier oder

237
00:31:51,080 --> 00:31:57,680
unfreier und der Hautfarbe gezogen wird. Das beginnt quasi in dieser frühen Expansion, in diesen

238
00:31:57,680 --> 00:32:01,600
Gesellschaften die Sklaverei auf römischem Recht, auf der Basis des wiederentdeckten

239
00:32:01,600 --> 00:32:06,680
wiederbelebten römischen Rechts erlauben, obwohl sie die katholisten Könige aller Zeiten sind,

240
00:32:06,680 --> 00:32:13,800
die katholisten der katholischen Könige. So. Der Rassismus an sich entsteht quasi hier auch

241
00:32:13,800 --> 00:32:20,200
als Konstrukt zusammen mit dem Beginn in transatlantischen Sklavenhandel im Spätenmittelhalt und in der

242
00:32:20,200 --> 00:32:27,040
frühen Neuzeit. Es gibt ganz klare, also die, da reden wir in der nächsten Folge noch drüber,

243
00:32:27,040 --> 00:32:34,480
die Zuckerproduktion hat sich seit der Antike von der Levante immer weiter nach Westen verschoben,

244
00:32:34,480 --> 00:32:40,880
über die Jahrhunderte, so über Zypern und immer hat Sklaverei mit sich gebracht, weil niemand

245
00:32:40,880 --> 00:32:46,440
diese Arbeit machen wollte. Und als die Portugiesen das Ganze irgendwann übernehmen und anfangen auf

246
00:32:46,440 --> 00:32:51,360
den Inseln, auf den kanarischen Inseln zu merken, dass da Zuckerrohr wächst und auf den Inseln,

247
00:32:51,360 --> 00:32:58,560
die sie als Stützpunkte vor der westafrikanischen Küste in Beschlag nehmen, dann entwickelt sich

248
00:32:58,560 --> 00:33:03,960
die Marktlug daraus zu sagen, wir brauchen Leute, die auf diesen Zuckerrohr-Plantage arbeiten,

249
00:33:03,960 --> 00:33:10,040
wo kriegen wir die her, aus der Nähe und da entwickelt sich dann diese frühe Verbindung von

250
00:33:10,040 --> 00:33:16,240
der Idee, dass Sklaverei irgendwas ist, was mit schwarzer Hautfarbe zu tun hätte. Das fängt

251
00:33:16,240 --> 00:33:21,280
hier an zu sprießen, diese Idee, dass der Status als frei oder unfrei auch irgendwas mit Hautfarbe zu

252
00:33:21,280 --> 00:33:26,680
tun hat. Ganz spannende Blüten trieb das zu dieser Zeit im späten Mittelalter auf der

253
00:33:26,680 --> 00:33:34,080
iberischen Halbinse mit der Ammenangst. Also viele Sklaven waren in der Krankenpflege eingesetzt

254
00:33:34,080 --> 00:33:40,880
und eben auch ganz gezielt beim Aufziehen von Kindern als Ammen, die da Milch gegeben haben.

255
00:33:40,880 --> 00:33:45,680
Gleichzeitig hatte man große Angst, dass Eigenschaften von Menschen durch die Muttermilch

256
00:33:45,680 --> 00:33:52,960
weitergegeben werden könnten und deswegen gab es dann große rassistische Ängste, die aufkamen,

257
00:33:52,960 --> 00:34:00,360
was passieren könnte, wenn die falsche Person die Kinder stellt. Und dessen so erste Zeichen im

258
00:34:00,360 --> 00:34:05,880
späten Mittelalter, dass es hier zu einer Verknüpfung von ja und zu einem aufkeimenden

259
00:34:05,880 --> 00:34:11,320
Rassismus in Sklavenhaltergesellschaften kommt, dass sich das auch schon auf dieser

260
00:34:11,320 --> 00:34:14,720
Basis entwickelt. Wenn wir an die iberische Halbinsel zu der Zeit denken und sagen,

261
00:34:14,720 --> 00:34:18,560
okay, die waren aber extrem rassistisch, sobald die Spanier angefangen haben,

262
00:34:18,560 --> 00:34:22,040
in der Amerika Kolonien zu machen und es war einfach so und wir uns nicht fragen,

263
00:34:22,040 --> 00:34:25,080
wo das herkommt, es ist ein bisschen zu kurz gegriffen, aber ich finde, wenn wir diese

264
00:34:25,080 --> 00:34:32,600
Kontinuität aus der Antike sehen und uns auch vor Augen rufen, dass das Spanien der Zeit

265
00:34:32,600 --> 00:34:38,840
eben auch zu Hause voller Sklaren war, dann wird die Logik irgendwie, warum Columbus direkt als

266
00:34:38,840 --> 00:34:44,320
zweiten Move auf den Insel angefangen hat, die Leute zu versklaren. Das macht in diesem Rahmen

267
00:34:44,320 --> 00:34:49,560
mehr Sinn, als Samenfassung von heute jetzt noch ein schönes abschließendes Zitt hat. Jonas bitte.

268
00:34:49,560 --> 00:34:56,080
Die hier diskutierten Thesen, dass Sklavenhändler meist Juden gewesen seien, dass der Großteil

269
00:34:56,080 --> 00:35:01,360
der im östlichen Europa versklavten Menschen den Kontinent verlassen habe und in der islamisch

270
00:35:01,360 --> 00:35:06,800
geprägten Welt geendet sei und dass die Etablierung christlicher Monachinen in Ost,

271
00:35:06,800 --> 00:35:12,960
Mittel und Osteuropa das Ende von Sklavenhandel und Versklavung bedeutet habe, scheiden mir

272
00:35:12,960 --> 00:35:18,960
letztlich allesamt von der aus der Kolonialzeit stammenden Vorstellung beeinflusst, dass christliche

273
00:35:18,960 --> 00:35:24,960
Europa sei keine Sklavenhaltergesellschaft wie die islamische Welt gewesen. Auch in Bezug auf

274
00:35:24,960 --> 00:35:31,360
Sklaverei im Mittelalter aber taugt der in Slum nicht als Gegenentwurf zur christlich-europäischen

275
00:35:31,360 --> 00:35:37,200
Zivilisation. Lenkt man den Blick auf das mittelalterliche Ostmittel und Osteuropa,

276
00:35:37,200 --> 00:35:44,680
wie ich es hier getan habe, kann man die These vom sklavenfreien Europa nur mehr verwerfen. Es hat

277
00:35:44,680 --> 00:35:51,160
im mittelalterlichen Europas Sklavinnen und Sklaven gegeben. Die Geschichten vieler Betroffener sind

278
00:35:51,160 --> 00:35:56,880
noch nicht erzählt. Ja und es ist denke ich ein ganz wichtiger Punkt dabei, dass wenn man so tut,

279
00:35:56,880 --> 00:36:02,320
als hätte es keine Sklaven im mittelalterlichen Europa gegeben, war damit auch nicht nur Forschung

280
00:36:02,320 --> 00:36:08,560
verbaut, die gemacht werden sollte, sondern eben auch viele vielleicht noch rekonstruierbare

281
00:36:08,560 --> 00:36:14,800
Lebensgeschichten von vornherein irgendwie nicht zieht. Und diese Sichtbarkeit davon ist ein

282
00:36:14,800 --> 00:36:19,520
generelles Problem, haben wir gesehen. Also die Sichtbarkeit in den Quellen sorgt dafür, dass

283
00:36:19,520 --> 00:36:24,960
man denkt, dass alle Sklavenhänder Juden waren oder sowas und dass die einzigen Abnehmer die

284
00:36:24,960 --> 00:36:30,400
arabische Welt waren und vergisst dabei die ganze lokale Komponente, die es eben auch tatsächlich

285
00:36:30,400 --> 00:36:36,360
gab, über die aber eben nicht viel geredet wurde, weil wer schreibt über die weiblichen Sklaven,

286
00:36:36,360 --> 00:36:43,400
die bei ihm zu Hause im Haushalt arbeiten. So, das ist eben kein Thema von weder von Literatur,

287
00:36:43,400 --> 00:36:49,200
noch von den politischen Sachen, noch von den religiösen Schriften im Endeffekt. Und deswegen

288
00:36:49,200 --> 00:36:54,880
ist es sehr einfach darüber hinwegzuschauen und sich nicht mit Sklavereien Europa zu beschäftigen.

289
00:36:54,880 --> 00:37:00,320
Und ich bin umso froher für die neue Generation an Historikerinnen und Historikern und

290
00:37:00,320 --> 00:37:04,400
Soziologen und so, die sich da ansetzen und die sich das nicht davor zurückschrecken,

291
00:37:04,400 --> 00:37:10,160
sich die Sachen noch mal kritisch zu hinterfragen, die vorherrschenden Narrative und die dabei zu

292
00:37:10,160 --> 00:37:18,680
deutlich plausibler und realistischeren Bildern vom europäischen Mittelalter gelangen. Und dann

293
00:37:18,680 --> 00:37:26,080
macht Kolonialismus danach auch noch mal anders hin, wenn wir diesen frühen Rassismus, der da losgeht,

294
00:37:26,080 --> 00:37:33,880
im Mittelmeerraum auch in den Sklavenhaltergesellschaften vor Ort, in denen er aufgespricht ist. So, das ist,

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00:37:33,880 --> 00:37:37,840
denke ich, ein wichtiges Puzzlestück dabei aus der ganzen Sache ein bisschen Sinn zu machen.

296
00:37:37,840 --> 00:37:45,160
Oder also in der nächsten Folge will ich gerne nochmal genauer auf die islamische Sklaverei

297
00:37:45,160 --> 00:37:50,360
eingehen im Mittelalter, vor allem auch die andere Seite der Münze, die von der Forschung

298
00:37:50,360 --> 00:37:54,960
sonst immer so sehr hochgehoben wurde, im Gegensatz zu europäischen als das große andere.

299
00:37:54,960 --> 00:38:00,840
Die unzivilisierte Sklavengesellschaft ist im Vergleich zu zivilisierten europäischen

300
00:38:00,840 --> 00:38:07,240
Gesellschaft und dieses sehr einseitige Bild haben wir hoffentlich heute schon relativiert und in der

301
00:38:07,240 --> 00:38:12,480
letzten Folge soll es dann tatsächlich um den transatlantischen Sklavenhandel gehen und um

302
00:38:12,480 --> 00:38:18,240
Sklaverei heute auch immer noch extrem. Und ich soll erwähnt sein, nicht unerwähnt bleiben,

303
00:38:18,240 --> 00:38:23,960
dass wir heute wahrscheinlich in der Zeit leben, in der in absoluten Zahlen die meisten Menschen

304
00:38:23,960 --> 00:38:28,600
versklaft leben, also jemals in unserer Geschichte. Es gab niemals so viele versklafte Menschen,

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00:38:28,600 --> 00:38:34,440
die gleichzeitig auf diesem Planeten gelebt haben wie jetzt. Und das wird das Ende unserer

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00:38:34,440 --> 00:38:38,760
langen Reihe in der Beschäftigung mit Sklaverei sein, dass es eben kein Thema ist, wie wir immer

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00:38:38,760 --> 00:38:43,920
gerne tun, dass ein, entweder ein Problem der anderen ist oder kein Problem mehr ist, weil wir

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00:38:43,920 --> 00:38:49,760
jetzt die Menschenrechte haben und das ja verboten ist über allen Staaten offiziell. Und ja, also

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00:38:49,760 --> 00:38:54,520
obwohl es in allen Staaten offiziell verboten ist, gibt es super wenig Forschung dazu, also

310
00:38:54,520 --> 00:38:58,800
zur aktueller Sklaverei, fast mehr wie zu historischer. Und ich finde es sehr spannend,

311
00:38:58,800 --> 00:39:03,720
das zu beleuchten und hoffe auch noch viel, viel mehr Forschung in der Zukunft, wenn ihr Geschichte

312
00:39:03,720 --> 00:39:07,120
studiert oder so und gerade ein Thema sucht, auf das ihr euch spezialisieren wollt, nämlich

313
00:39:07,120 --> 00:39:11,840
ja, wisst ihr, Sklaverei ist noch offen. Gibt es noch quasi, kann man Forschung, kann man ganz

314
00:39:11,840 --> 00:39:16,320
viel zu machen, kann man Doktorarbeiten zu schreiben, wenn ihr auf der suchenden Thema seid und noch

315
00:39:16,320 --> 00:39:22,120
kein Fachgebiet habt, bitte, könnt ihr in jeder Region Europas anwenden. Gibt es überall noch nichts

316
00:39:22,120 --> 00:39:29,320
zu oder zu wenig. Ja, genau, so viel dazu. Vielen Dank fürs Zuhören, vielen Dank für die Unterstützung

317
00:39:29,320 --> 00:39:34,080
von unserem Patreons. Ich habe die Liste jetzt mal gerade nicht vor mir, moment ich muss sie kurz

318
00:39:34,080 --> 00:39:38,120
öffnen von den Leuten, die gerne erwähnt werden wollen. Wenn ihr uns da unterstützen wollt, wir

319
00:39:38,120 --> 00:39:44,120
freuen uns sehr darüber im Gegenwert von zwei Viers oder so. Im Monat tut ihr uns einen Riesen

320
00:39:44,120 --> 00:39:49,960
gefallen und wir bedanken uns ganz besonders bei Uncle Ditty, freier Stuart, Fanny Dietrich und dem

321
00:39:49,960 --> 00:39:54,680
cooleren Herr Fischer vom Ardenngymnasium und hoffen ihr schaltet bald wieder ein. Empfehlt uns

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00:39:54,680 --> 00:39:59,880
weiter, lasst uns ein Kommentar da. Sklaverei ist ein schweres Thema, wir haben irgendwas grob vergessen,

323
00:39:59,880 --> 00:40:05,080
was sollte noch erwähnt werden, was habe ich falsch dargestellt. Ich freue mich auf den Diskurs in

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00:40:05,080 --> 00:40:08,560
den Kommentaren. Ich kann jetzt mittlerweile auch bei Spotify antworten, habe ich noch nicht genug

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00:40:08,560 --> 00:40:13,960
gemacht, dass seit kurzem kann man bei Spotify auch auf Kommentare antworten. Das heißt, da können

326
00:40:13,960 --> 00:40:21,280
wir viel diskutieren. Ich freue mich schon darauf. Ja, dann wir sehen uns nächste Woche. Bis zum nächsten Mal. Macht's gut. Ciao.

